Von Katja Gelinsky, Washington
08. Januar 2008 Die Regierung Bush hat auf konfrontative Manöver iranischer Schnellboote gegenüber amerikanischen Militärschiffen in der Straße von Hormuz mit scharfen Warnungen an die Regierung in Teheran reagiert. Wir mahnen die Iraner, derartige provokante Handlungen zu unterlassen, die in Zukunft zu einem gefährlichen Vorfall führen könnten, sagte ein Regierungssprecher.
Verteidigungsminister Gates sprach von einer wahrhaft besorgniserregenden Angelegenheit. Der Vorfall habe sich in einer sehr sensiblen Region ereignet, in der das Risiko einer Eskalation bestehe. Durch die Meeresenge zwischen Iran im Norden und Oman im Süden läuft der gesamte Schiffsverkehr von und zu den Ölhäfen Kuweits, Bahrains, des Iraks, der Vereinigten Arabischen Emirate und Irans.
Teheran spielt die Bedeutung des Vorfalls herunter
Außenministerin Condoleezza Rice erinnerte an die amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Golfregion. Die Vereinigten Staaten würden ihre Interessen und die Interessen ihrer Verbündeten dort auch weiterhin verteidigen. Ein Sprecher des Pentagons sagte, dieses werde mit dem Außenministerium und dem Nationalen Sicherheitsrat über angemessene Wege beraten, den Vorfall gegenüber der iranischen Regierung zur Sprache zu bringen. Außenamtssprecher McCormack sagte, er wisse nichts von Plänen, in Teheran formell zu protestieren.
Die iranische Regierung spielte die Bedeutung des Vorfalls herunter. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums Mohammad Ali Hosseini sprach gegenüber der staatlichen iranischen Presseagentur Irna von einem gewöhnlichen und natürlichen Vorfall, wie sie immer mal wieder vorkommen. Nachdem sich beide Seiten identifiziert hätten, sei die Sache erledigt gewesen.
Ähnlich äußerte sich ein namentlich nicht genannter Vertreter der Revolutionären Garden, deren Aktivitäten in Gewässern der Golfregion die amerikanische Regierung schon seit längerem mit zunehmender Sorge beobachtet. Der Revolutionsgardist behauptete, die amerikanischen Schiffe seien im Begriff gewesen, in iranische Gewässer zu fahren, und seien daraufhin auf normale Weise befragt worden. In den internationalen Gewässern sei nichts Wichtiges passiert. Die Amerikaner seien identifiziert worden und alles sei gut gelaufen.
Schon öfter Konflikte mit iranischen Booten
Der amerikanische Vizeadmiral Kevin Cosgriff, der Kommandierende der Marine in der Region, berichtete zu dem Vorfall, am Sonntagmorgen gegen fünf Uhr hätten sich den drei amerikanischen Militärschiffen, die auf den Weg in den Persischen Golf gewesen seien, fünf Schnellboote der Revolutionsgardisten bis auf ungefähr 200 Meter in aggressiver Weise genähert. Über Funk warnten sie nach Angaben eines amerikanischen Militärvertreters, dass die amerikanischen Schiffe in Kürze explodieren würden. Gleich darauf, so sagte Cosgriff, seien von zwei iranischen Booten aus weiße Kartons ins Wasser geworfen worden.
Nach etwa 30 Minuten seien die Boote der Revolutionsgardisten nordwärts in Richtung iranischer Gewässer gefahren. Ein Pentagonsprecher sagte, es seien keine Schüsse gefallen, aber die amerikanischen Schiffe hätten sich darauf vorbereitet, gegen die iranischen Boote vorzugehen.
Nach Angaben amerikanischer Militärvertreter hat es schon öfter Konflikte mit iranischen Booten in der Straße von Hormuz gegeben, das Verhalten der Revolutionsgardisten am Sonntag sei jedoch ungewöhnlich provokant und aggressiv gewesen. Ranghohe Pentagon-Vertreter sagten, man ermittle, ob die Revolutionsgardisten tatsächlich Angriffsabsichten gehabt hätten, die dann vereitelt worden seien, oder ob sie die amerikanische Verteidigungsbereitschaft hätten testen wollen.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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