
Der Hitler-Stalin-Pakt war kein einfacher Nichtangriffspakt, sondern ein Pakt, der es beiden ermöglichte, Dritte anzugreifen. Dabei hat sich die Sowjetunion die Hälfte Polens einverleibt und ihre Herrschaft über die baltischen Staaten gesichert. Während des zweiten Weltkriegs haben die Westmächte der Sowjetunion Waffen geliefert. Die hohen Verluste der sowjetischen Truppen haben auch damit zu tun, daß Stalin keine Rücksicht auf seine Soldaten nahm und sie von Marschall Schukow und anderen rücksichtslos in deutsches Feuer getrieben wurden wie zuletzt in der Schlacht um Berlin. Viele sind von den Politkommisaren exekutiert worden. Dies den westlichen Alliierten anzulasten, zeugt entweder von grober Unkenntnis oder Unverfrorenheit. Sie werden sich eine andere Erklärung zurechtlegen müssen, um Putins Verhalten zu rechtfertigen.

Kann man den Russen verdenken, dass sie nach den Erfahrungen der letzten Jahre wachsam sind und sich beizeiten wehren. Hatten sie doch vor dem zweiten Weltkrieg einen Nichtangriffspakt in der Tasche, der gebrochen wurde. Sie durften mit ihren Bodentruppen, unter schwersten Verlusten, den Alliierten die Kastanien aus dem Feuer holen. Kaum war der Krieg aus, liebäugelten die Westmächte gemeinsam mit dem besiegten Deutschland, russlandwärts zu ziehen. Die massive amerikanische Aufrüstung hat den Kommunismus zu Fall gebracht. Nun ist Putin ein sehr gefinkelter Bursche. Er wird sich nicht noch einmal in die Gefahr begeben vom Westen bedroht zu werden. Momentan spielt sich der kalte Krieg in den Finanzinvestitionen der sogenannten Oligarchen ab. Während der Westen immer noch von teuren Waffenystemen träumt.

Unglaublich welches Kasperletheater die US-Amerikaner versuchen, um in Europa Zwietracht zu sähen.

.... den ehemaligen Generalsekretär N. Gruschtschow, der seine Anliegen oft mit kernigen Aussprüchen und in der Bildersprache garnierte. Fehlt bei Putin nur noch, dass er in München seinen Schuh ausgezogen hätte, um mit diesem auf das Rednerpult einzuschlagen, wie weiland Nikita G. bei einer Vollversammlung der UN.
Mir scheint auch, dass er auf diese Weise seine Bereitschaft auf eine weitere Amtszeit signalisiert, für die nur er geeignet scheint; zeigt er doch der Welt, wo Russland mittlerweile steht. Ohne ihn wäre das nicht denkbar und er ist noch recht jung. Warum also abtreten?

... weil so irrational. Keiner versteht ihn eigentlich wirklich. Er wiederholt nur auf merkwürdig Echo-artige Weise die Worte von C. Rice, daß sie es nämlich nach wie vor lächerlich finde, daß Rußland ein paar wohlgemerkt NICHT atomare kleine Abwehrraketen mit denen man nichts anderes tun kann als große atomare, anfliegende Raketen (wenn man Glück hat) zu treffen.
Der Vergleich mit den Pershing Atom-Mittelstreckenraketen, die reine zerstörerische Angriffs- oder Vergeltungswaffen dartsellen, ist grotesk.
Der präventive Verteidigungscharakter gegen Raketen aus dem Iran, die leider zu erwarten sind, ist einleuchtend, wenn man die global, ballistischen Flugbahnen topographisch, geographisch betrachtet.
Nein, Putin muß irgend ein großes oder mehrere große interne Probleme haben, wenn er so einen beängstigenden Rundumschlag veranstaltet gegen Länder und Völker die ihm regelrecht herzlich zugetan sind. Nun ja die Polen und Tschechen gehören aus Erfahrung nicht dazu, aber Deutschland war ihm bis jetzt immer geradezu devot entgegenkommend.
Die USA haben ihm angeboten, quasi unter russischer Dauerkontrolle diese Abwehrmaßnahmen - aber auch erst in etwa 5 Jahren - mitzubetreiben.
Was will Putin und was will er jetzt?