Die Bundeswehr im Einsatz bei Prizren

Kommentar zum Kosovo

Die Gewalt nicht belohnen

Der kriegerische Konflikt um das Kosovo ist erledigt, der diplomatische treibt auf einen neuen Höhepunkt zu. Washington scheint sich an den Plan zu klammern, dass die Kosovo-Albaner einseitig die Abspaltung von Serbien verkünden. Georg Paul Hefty kommentiert.

Lesermeinungen zum Beitrag

23. Juli 2007 15:05

Die Gewalt nicht belohnen!!!!!

Krasniqi Agron (jontheone)

Sehr geehrter Herr Georg Paul Hefty,

habe Ihren Artikel gelesen und muss ganz ehrlich sagen,
daß ich nochmals hinschauen mussten auf welche Internetseite ich überhaupt bin.
Ich weiß nicht wie Sie ein serbisches Parlament demokratisch finden können in dem die größte Partei aus Kriegsverbrechern und Radikalen besteht. Und die restlichen Parteien unterscheiden sich von ihr auch nicht viel mehr.
Ich stelle mir die Frage Welche Gewalt soll nicht belohnt werden, die der Serben mit über 10.000 toten und 100.000´den Vertriebenen, Vergewaltigten, gefolterten usw. , oder welche andere???
Und wenn nicht die Amerikaner gewesen wären, wären jetzt womöglich nicht 10.000 sonder 100.000 ende Opfer zu beklagen.

Mit freundlichen Grüßen

Agron Krasniqi

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23. Juli 2007 14:27

Vereinte Nationen und Völkerrecht...

Christian Ermecke (ChristianErmecke)

...sind zwei völlig verschiedene Dinge - das erste ein Interessenmarktplatz (und Tummelplatz dutzender Diktaturen und Terrorregime) ohne ernstzunehmende moralische oder ethische Substanz, das zweite ein hohes Gut, welches zumindest als Richtlinie politischen und militärischen Handelns gilt.

Sowohl Hefty, als auch einige Kommentatoren hier werfen dies durcheinander.

Die offensichtliche U.S.-Strategie, den Serben soviel Machtbasis wie möglich zu entziehen, um sie zu einvernehmlichem Handeln mit ihren Nachbarn zu zwingen, leuchtet ein, vorausgesetzt, die Amerikaner halten diese Strategie auch durch.

Trotzdem wird es sehr, sehr lange dauern, bis der serbische Imperialismus endlich auch in den Köpfen Geschichte ist.



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23. Juli 2007 13:20

Kein dauerhafter Frieden ohne Recht

Klaus-Henning Bähr (henning_baehr)

Die Bemühungen der USA und ihrer Alliierten, darunter die Bundesrepublik Deutschland, um eine Lösung des Kosovo-Konflikts sind mit dem Makel behaftet, in der Kosovo-Krise 1999 militärische Gewalt gegen Serbien angewandt zu haben, ohne hierfür durch die Vereinten Nationen legitimiert worden zu sein. Auch wenn sich, wie zu erwarten, manche Konstruktionen fanden, die Intervention rechtlich zu begründen, liegen diese fraglos außerhalb des allgemein anerkannten völkerrechtlichen Rahmens für die Lösung zwischenstaatlicher Konflikte, ganz zu schweigen von überwiegend ethnisch begründeten innerstaatlichen Auseinandersetzungen wie dem Kosovo-Konflikt. Der einzig vertretbare Weg in diesem Fall ist die Unterstützung demokratischer und europa-orientierter Kräfte in Jugoslawien bei Ihrem Bemühen um eine friedliche Lösung des Konflikts. Wer sich indessen immer noch nicht veranlasst sieht, sich von dem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen Serbien zu distanzieren, verspielt jedes Vertrauen auf der serbischen Seite und stärkt dort unversöhnliche, ultranationalistische Tendenzen. Auch hier gilt: Kein dauerhafter Frieden ohne Recht. Dazu gehört auch, eigene Verfehlungen zuzugeben und dieses nicht nur von der anderen Seite zu verlangen.

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23. Juli 2007 12:38

USA mit Doppelspiel: Ziel ist Schwächung Europas

Hans Wuffli (Hanswuffli)

Endlich beginnt es auch in Deutschland zu dämmern.

Die USA spielen ein Doppelspiel mit dem Thema "Europa noch rasch ein Krebsgeschwür anhängen.

Es geht den USA doch nicht um die Belohnung der islamischen UCK-Terroristen. Die sind nur nützlich Idioten. Schon bei der völkerrechtswidrigen Nato Bombardierung Serbiens, (Serbiens!, nicht etwa nur der Serbentarmee im Kosovo) spielte die USA falsch! Jahrelang ethnischen Säuberungen von ALLEN Seiten zugeschaut (über 1.5 Mio Flüchltlinge leben in Serbien!). Dann noch im dümmsten Moment, wo sich endlich alle Ethnien wieder getrennt haben, eingegriffen.

Auch jetzt geht es nur darum, Terroristen zu belohnen. Das motiviert andere Spinner in Europa und Russland.
So schlägt die USA Serbien, schlägt Europa, schlägt Russland!

Ein Dominospiel der besonderen Art! Solange es Unruhe in Europa und Russland gibt, ist die Vormachtsstellung Amerikas nicht bedroht.

Hoffentlich begreifen das endlich mehr Leute.

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23. Juli 2007 12:24

Wer trägt die Konsequenzen dieses Hazardspiels???

Karsten Krug (kkrug)

Gesetzt den Fall der Kosovo wird unabhängig, dann schreien die doch sofort nach neuen Hilfsgeldern. Dann machen sich die Amis ganz schnell aus dem Staub und verweisen auf die Europäer.

Und wenn sich dort noch Zänkereien entwickeln, die durchaus von Familienclans oder kriminellen Banden ausgehen könnten, entwickeln, dann haben wir einen dauerhaften Krisenherd wie Palästina geschaffen.

Ich kann nur hoffen, dass die eurpäischen Verantwortlichen soweit denken können, denn die Amerikaner haben es sicher im Kalkül so einen Brandherd in Europa und zwischen Russland und der EU zu setzen. Damit gewinnen die Amis Manövrierraum, da die Europäer unfähig sein werden den Krisenherd zu befrieden.

Auch andere Folgen sind denkbar, das diese Unabhängigkeitsbestrebungen wo anders aufflackern: als Beispiele fallen mir die Basken und Katalanen, aber auch die Bayern und Schotten.

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23. Juli 2007 12:17

Vollends delegitimiert ?

Markus Teuber (arathorn)

Das Gegenteil ist der Fall !
Der damalige NATO-Einsatz war völlig legitim und noch etwas anderes - er war hochnotwendig!
Kritiker wie Herr Hefty sollten endlich einmal darlegen,wie der von Milosevicz inszenierte Völkermord denn anders hätte gestoppt werden können -als durch ein militärisches Vorgehen.
Durch eine goodwill-Aktion der Serben etwa!

Wie lange brauchen manche eigentlich ,um zu erkennen:ja,auch Krieg ist ein Mittel der Politik -wenn es denn keine anderen Möglichkeiten mehr gibt ,um eine üble Entwicklung aufzuhalten.
Deswegen ist auch der Afghanistan-Einsatz ebenso unbestreitbar richtig.
Und-ein militärisches Vorgehen im Sudan ist schon überfällig,angesichts dessen,was dort vor sich geht.

Ja-militärische Interventionen sind Teil der Politik.Sofern die Ziele richtig sind und anders nicht erreicht werden können.

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23. Juli 2007 12:17

Ein bösen Bruch der Zusagen an Serbien..

Christian Erkelenz (Christian_030)

..würde es bedeuten, wenn man den Kosovo als eigenen Staat anerkennen würde. Dies war klare Bedingung für das Schweigen der Waffen. Das nun zu hintergehen wäre ein böses Bubenstück, welches schwer an den Wilson Friedensplan für Deutschland nach 1918 erinnern würde.

Das Amselfeld (Kosovo Polje) ist für Serben von erheblicher nationaler Bedeutung. Zudem würde man damit die Vertreibungen der Serben durch die Albaner (50% der im Kosovo lebenden Serben sind bereits geflohen) belohnen. Da sich ALLE Perteien Serbiens in dieser Frage einig sind, würde eine kosovo-albanische Eigenstaatlichkeit mit Sicherheit einen neuen Nationalismus in Serbien zur Folge haben - von dem tiefen Vertrauensverlust in die "westliche Wertegemeinscháft" ganz abgesehen.

Über eine Teilung des Kosovo in einen serbischen und einen albanischen Teil kann nachgedacht werden - aber nur unter absolut gleichberechtigter Teilnahme der Serben an diesem Prozess.

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23. Juli 2007 11:17

...

Ilya Kaalinen (amor-fati)

Die Lösung dieses und anderer, ähnlicher Probleme kann nicht von außen aufgezwungen werden, sondern muss von innen kommen. Nur so erreicht man ein beständiges und faires Ergebnis. Massive Eingriffe von außen sind hingegen widernatürlich und werden früher oder später "zurechtgerückt" - meistens geschieht dies mit voller Wucht.

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23. Juli 2007 10:31

Politik ist immer Risikoabschätzung

Dirk R Bode (Patou)

Was sind die Risiken? Bei einer Unabhängigkeitserklärung der Kosovaren gibt es (hilflosen) serbischen Zorn, denn noch einmal einmarschieren können die Serben nicht. es gibt eine diplomatische Verstimmung mit Russland und es gibt einiges Unwohlsein bei europäischen Regierungen. Serbien wird durch eine Welle des Nationalismus vorübergehend den Anschluss an die EU verlieren.
Bei einer Verweigerung wird im Kosovo wieder die Gewalt zunehmen und vielleicht der islamistische Terror einen neuen Hafen in Europa haben.
Die Amerikaner sind (meist) Pragmatiker. Der Ärger, den eine Unabhängigkeitserklärung macht, ist um vieles geringer. Hoffentlich. Politik birgt eben Risiken. Gewisse Risiken, so die Abwägung, sind kleiner als andere. Hätte auch dem Kommentator auffallen können...

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23. Juli 2007 09:50

Die USA sind auf dem richtigen Weg

Alexander Schertz (schertz1)

Ich finde den Kommentar von Herrn Hefty alles andere als "erfrischend". Nach all den Grausamkeiten, die Serben den Albanern im Kosovo angetan haben, ist ein Verbleib bei Serbien völlig unzumutbar. Zudem gehört das Kosovo sowieso nur noch auf dem Papier zu Serbien. Es ist sehr zu hoffen, dass die USA ungeachtet aller Einwände aus Moskau die Unabhängigkeit des Kosovo anerkennen werden. Wenn Serbien und Russland dem Athisaari-Plan einer international kontrollierten Unabhängigkeit (um die Rechte der serbischen Minderheit zu wahren) nicht zustimmen, gibt es m. E. keine vernünftige Alternative als die simple Anerkennung der Unabhängigkeit. Freilich sollten die USA und die Europäer dem neuen Staat deutlich machen, dass er nur mit Unterstützung rechnen kann, wenn er die Rechte der serbische Minderheit achtet.

Alexander Schertz

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23. Juli 2007 09:45

Und die Palestinenser?

Friederine Teich-Erdmann (Teich-Erdmann)

Anderer Fall, gleiches Problem.

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23. Juli 2007 09:30

Ein skandaloeser Kommentar

Hans-Joachim Duebel (aduebel)


Statt sich mit der - regelmaessigen - Unterdrueckung von Minderheiten, bis hin zum Voelkermord, auseinanderzusetzen wird hier gegen die Unabhaengigkeitsbestrebungen eines kleinen Volkes regelrecht gehetzt.

Welche Gefahr geht fuer die Serben von einem unabhaengigen Kosovo aus? Keine.

Welche Gefahr geht fuer die Albaner von einem Verbleiben im serbischen Staat aus? Der naechste Voelkermordversuch in 10 Jahren.

Unglaublich.

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23. Juli 2007 04:14

Gelungener Kommentar

Enrico Fels (enFels)

Georg Paul Hefty bringt die Sache auf den Punkt!

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22. Juli 2007 20:06

...

Ilya Kaalinen (amor-fati)

Ein für die FAZ sehr erfrischender Kommentar. Hoffentlich bleibt es kein Ausrutscher.

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