Irak

Fast hundert Tote bei Gefechten

Wird er zum neuen Präsidenten gewählt? Dschalal Talabani

Wird er zum neuen Präsidenten gewählt? Dschalal Talabani

23. März 2005 Bei heftigen Gefechten in der Nähe der irakischen Provinzhauptstadt Takrit sind nach Angaben der irakischen Armee 80 Aufständische und zwölf Soldaten getötet worden.

Einheiten des irakischen Innenministeriums hätten unterstützt von der amerikanischen Armee am Dienstag in einem angeblichen Rebellen-Ausbildungslager am Tharthar-See nordwestlich von Bagdad 17 Stunden lang gegen die Aufständischen gekämpft, sagte ein irakischer Offizier am Mittwoch.

Hinweise auf ausländische Kämpfer

Dabei seien zwölf Soldaten, unter ihnen vier Offiziere, getötet worden. „Dokumente, die in dem Lager gefunden worden, weisen darauf hin, daß unter den Anti-Irakischen-Kräften auch ausländische Kämpfer waren.“

Ein Sprecher der amerikanischen Armee in Takrit bestätigte die Kämpfe. Nach Angaben aus irakischen Sicherheitskreisen konnten einige der insgesamt rund 100 Kämpfer fliehen. Die Soldaten hätten zahlreiche Boote der Rebellen zerstört.

In derselben Provinz entdeckte die irakische Armee wenige Stunden später laut des amerikanischen Militärs bei einer Razzia nahe der Ortschaft Mikdadija ein Waffenversteck mit mehr als 70 Panzerminen. Takrit liegt rund 180 Kilometer nördlich von Bagdad. Es ist die Heimat des gestürzten Staatspräsidenten Saddam Hussein.

Wahl des irakischen Präsidenten am Samstag

Die im Irak dominierende Schiiten-Allianz soll in der neuen Regierung des Landes mehr als die Hälfte der Ministerposten bekommen. Wie Dschawad al-Maliki von der Allianz der irakischen Zeitung „Al-Sabah“ vom Mittwoch sagte, wird sie mindestens 16 der insgesamt fast 30 Ressorts besetzen. Die Allianz hatte bei den Parlamentswahlen Ende Januar eine knappe absolute Mehrheit erreicht.

Muwaffak al-Rubai von der Allianz sagte am Mittwoch in Bagdad, die Führungspositionen würden auf einer Parlamentssitzung am kommenden Samstag besetzt. Die Regierungsbildung werde bis zum Monatsende abgeschlossen sein. Zuerst müssen die 275 Abgeordneten den Präsidenten und seine beiden Stellvertreter wählen, die dann ihrerseits einen Ministerpräsidenten vorschlagen.

Schiiten für Inneres und Finanzen zuständig

Die Schiiten werden laut al-Maliki künftig unter anderem für die Ressorts Inneres, Finanzen, Justiz und Bildung zuständig sein. Die Kurden sollen als zweitstärkste Fraktion dem Vernehmen nach rund sieben Ministerposten bekommen. Der Rest geht an sunnitische Araber und Vertreter ethnischer und religiöser Minderheiten. Es wird erwartet, dass der Kurde Hoschiar Sebari Außenminister bleibt.

Der designierte Ministerpräsident Ibrahim al-Dschafari sagte im Fernsehsender Al-Irakija am Mittwoch, man sei sich über die Besetzung aller Ministerposten einig. Al-Maliki sagte dagegen, die Ressorts Öl und Kommunales seien noch umstritten.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa/AFP
Bildmaterial: picture-alliance / dpa/dpaweb

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