07. Dezember 2007 Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe hat den Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) direkte Gespräche mit Regierungsvertretern angeboten. Die Farc-Delegation müsse allerdings wie die Gesandten der Regierung unbewaffnet zu den Verhandlungen erscheinen, sagte Uribe am Freitag in Bogotá. Als Treffpunkt schlug er eine nicht näher bezeichnete ländliche Gegend vor.
In den Gesprächen soll es um die Freilassung der von der Farc festgehaltenen Geiseln gehen. Darunter befinden sich die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt sowie drei amerikanische Drogenfahnder. Insgesamt werden 45 Menschen in der Gewalt der linksgerichteten Rebellen vermutet.
Laut Uribe sollen internationale Beobachter die Gespräche überwachen. Der kolumbianische Präsident war international unter Druck geraten, auf die Rebellen zuzugehen. Diese verlangen im Austausch für die Geiseln die Entlassung hunderter Gesinnungsgenossen aus der Haft.
Sarkozy: Betancourt in Lebensgefahr
Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich am Donnerstag direkt an die Farc gewandt und die Freilassung von Frau Betancourt gefordert. Ich teile nicht Ihre Ideen, und ich verurteile Ihre Methoden, sagte Sarkozy an den kolumbianischen Rebellenführer Manuel Marulanda gewandt. Ich bitte Sie, Ingrid Betancourt freizulassen. Die Politikern schwebe in Lebensgefahr. Sie können der Welt zeigen, dass die Farc humanitäre Gebote versteht. Den Geiseln versicherte Sarkozy, Frankreich werde sie nicht vergessen.
Die kolumbianischen Behörden zeigten in der vergangenen Woche ein Video mit Frau Betancourt, das sie bei der Farc sichergestellt hatten. Betancourt wirkt darauf mager und apathisch, sie war offenbar gefesselt. Die 2002 verschleppte Politikerin besitzt neben der kolumbianischen auch die französische Staatsbürgerschaft.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP
