20. November 2007 Islamistische Extremisten haben im Internet anscheinend ein neues Propagandavideo mit Terrordrohungen gegen Deutschland und Österreich veröffentlicht. In dem Video, das dem österreichischen ORF vorliegt, fordert die Globale Islamistische Medien Front (GIMF) abermals den Abzug der deutschen Bundeswehr aus Afghanistan und droht mit Terroranschlägen in Deutschland.
Gleichlautende Drohungen werden gegen Österreich geäußert. Zugleich kündigen die Verfasser eine Winteroffensive der Taliban an, die auch Nordafghanistan einschließen soll. Nach ORF-Angaben heißt es in dem Video wörtlich: Die deutschen Soldaten besetzen immer noch Afghanistan und wir wiederholen den Aufruf aus dem letzten Video, dass Deutschland seine Truppen aus Afghanistan abziehen soll, dies dient nur zu eurer eigenen Sicherheit in eurem Lande.
Schäuble: Botschaft ernst nehmen
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in einer ersten Reaktion, man müsse die Botschaft ernst nehmen, dürfe sie aber auch nicht überbewerten. Ein Ministeriumssprecher fügte hinzu, die deutschen Sicherheitsbehörden werteten das Video zurzeit aus. Bis dahin äußern wir uns nicht zum Inhalt, sagte der Sprecher.
Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts (BKA) ist das Video echt. Es enthalte aber keine konkrete Bedrohung und ändere nichts an der Einschätzung der Sicherheitslage, sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke am Dienstag in Wiesbaden. Es gebe keinen Anlass für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, man solle das Video nicht überbewerten.
Ich glaube nicht, dass die deutsche und die österreichische Regierung darauf reagieren werden. Es könne aber unter Personen, die für ein fanatisches Gedankengut empfänglich seien, zu einer zusätzlichen Emotionalisierung führen. Ziercke räumte ein, dass die Sicherheitsbehörden bislang nicht wissen, wer hinter dem Video der GIMF steckt. Das Video müsse nun analysiert und einer Sprachanalyse zugeführt werden.
Bereits im März hatte die GIMF ein Drohvideo veröffentlicht, in dem die Bundesregierung zum Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan aufgefordert wurde.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa, reuters