Nordkorea

Raketengruß zum Nationalfeiertag

Szenario der Abschreckung: Nordkoreas Scud-Raketen

Szenario der Abschreckung: Nordkoreas Scud-Raketen

04. Juli 2009 Nordkorea hat den amerikanischen Nationalfeiertag am 4. Juli offensichtlich bewusst zu neuen Raketentests benutzt und damit die Spannungen im Streit um seine Atomwaffen- und Raketenprogramme weiter verschärft. Das kommunistische Land feuerte bis zum Samstagnachmittag (Ortszeit) mindestens sechs Raketen ab, wie der Generalstab in Seoul mitteilte. Der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap zufolge handelte es sich allem Anschein nach um Scud-Raketen. Diesen Raketentyp darf Nordkorea UN-Resolutionen zufolge nicht testen, ebenso sind dem Land Versuche mit Mittel- und Langstreckenraketen verboten.

Allerdings gelten die nordkoreanischen Scuds als Kurzstreckenwaffen mit einer Reichweite von weniger als 500 Kilometern, wie ein ranghoher Vertreter des südkoreanischen Präsidialamtes der Nachrichtenagentur AP mitteilte. Die Regierung in Pjöngjang habe den Vereinigten Staaten am 4. Juli offenbar eine Botschaft zukommen lassen wollen, fügte der Beamte hinzu.

Verstoß gegen die Resolutionen 1695, 1718 und 1874

Erst am Donnerstag hatte Nordkorea vier Kurzstreckenraketen gestartet. Angesichts des amerikanischen Unabhängigkeitstages wurde in Medienberichten sogar über den Test einer Interkontinentalrakete spekuliert. Dies wurde in südkoreanischen Regierungskreise aber als wenig wahrscheinlich bezeichnet. Der Generalstab in Seoul erklärte jedoch, man sei in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten dafür gerüstet, jegliche „Bedrohungen und Provokationen“ abzuwehren. Die US-Marine in der Region bestätigte, das die militärischen Manöver Nordkoreas genauestens beobachtet würden.

Südkorea und Japan verurteilten die jüngsten Raketentests als Provokation. Damit verletze Nordkorea „klar die Resolutionen 1695, 1718 und 1874 des UN-Sicherheitsrats, die Nordkorea jede Aktivität im Zusammenhang mit ballistischen Raketen verbieten“, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums in Seoul. Das höchste UN-Gremium hatte zuletzt vor gut drei Wochen die Sanktionen gegen Nordkorea wegen eines zweiten Atomtests und weiterer Provokationen des Landes verschärft.

Text: FAZ.NET mit dpa/AP
Bildmaterial: dpa

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