Feierstimmung in Jerusalem

60 Jahre Israel

„Endlich ein wenig normal sein“

Die Scheinfelds - drei Generationen einer Familie, sprechen zum 60. Geburtstag des Landes über Israel. Obwohl Großvater, Tochter und Enkeltochter viel verbindet, haben sie höchst unterschiedliche Ansichten über ihren Staat. Von Michael Borgstede, Tel Aviv

Lesermeinungen zum Beitrag

10. Mai 2008 19:20

Demokratisch?

Frank Garbe (Frank_Garbe)

Ich frage mich woher man im Westen immer mehr die Mär vom demokratischen Israel ausgräbt. Die israelischen Grundgesetze legen fest, daß Menschen nicht-jüdischen Glaubes Menschen zweiter Klasse sind. Sie verhindern ausdrücklich, daß ein Nicht-Jude ein wichtiges politisches Amt inne haben kann. Immer wieder zensiert das Militär Zeitungen oder Kunstschaffende, wenn diese dies nicht gleich schon selbst tun. Nachwievor sitzen in israelischen Foltergefängnissen tausende unschuldige Araber - egal ob muslimischen oder christlichen Glaubens. Wer dennoch von Demokratie in Israel spricht und schlägt da mit allen Arabern und Israelis ins Gesicht die sich um einen ernsthaften Dialog bemühen. Um seiner selbst Willen, muß Israel die besetzen Gebiete räumen und sich darüber im klaren werden, ob man ein Religionsstaat ist oder ein Nationalstaat.

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09. Mai 2008 07:13

Feldversuch

Harry LeRoy (Cimon)

Israel gehört zu den interessanten Studienobjekten in der heutigen Staatenwelt, mit seiner liberal-demokratischen Verfassung, seiner heterogenen Konsumgesellschaft und dem Individualismus, da es von kollektivistisch verfassten Todfeinden umgeben und folglich, nach historischen, eine normalere Existenz führt als es die Staaten Europas heute tun. Sein Daseinskampf ist daher mehr als aufschlussreich, zumal es sogar eine fünfte Kolonne im Land selbst gibt.

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