15. Juni 2008 Nach dem Sturm eines Gefängnisses in Kandahar durch die radikalislamischen Taliban und der Befreiung hunderter Gefangener hat der afghanische Präsident Hamid Karzai mit Angriffen auf Stellungen der Aufständischen in Pakistan gedroht.
Afghanistan hat das Recht, Terroristen-Nester auf der anderen Seite der Grenze in einem Akt der Selbstverteidigung zu zerstören, sagte Karzai am Sonntag in Kabul. Wenn sie über die Grenze aus Pakistan kommen und Afghanen und Koalitionstruppen töten, dann haben wir das Recht, das gleiche zu tun. Karzai kündigte an, den pakistanischen Taliban-Führer Mehsud zu jagen und in seinem Haus treffen zu wollen.
Opfer des Terrorismus
Afghanistan sei ein Opfer des Terrorismus, der auf der pakistanischen Seite der gemeinsamen Grenze seinen Ursprung habe, sagte Karzai. Tausende Taliban-Kämpfer würden von dort nach Afghanistan entsandt. Karzai sagte weiterhin, dass auch die Sicherheitsbehörden innerhalb Afghanistans gestärkt werden müssten. Die Befreiung Hunderter Taliban-Kämpfer aus dem Gefängnis in Kandahar in der Nacht zum Samstag habe gezeigt, dass wir noch Schwächen haben.
Den von Amerika geführten Koalitionstruppen wurden in den vergangenen Monaten mehrere Raketenangriffe auf die Stammesregionen im Westen Pakistan zugeschrieben. In den Gebieten haben die Kämpfer der 2001 in Afghanistan gestürzten Taliban ihre Rückzugsgebiete. Pakistan hatte den Vereinigten Staaten und Afghanistan vorgeworfen, bei einem Raketenangriff am Mittwoch im Gebiet von Mohmand elf pakistanische Soldaten getötet zu haben. Das Kommando der Koalitionstruppen teilte hingegen mit, der Angriff habe Aufständischen gegolten.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa