24. Februar 2005 Zum Abschluß seiner Europareise trifft der amerikanische Präsident Bush am Donnerstag in der Slowakei den russischen Präsidenten Putin.
Nach seinem Besuch in Mainz flog Bush am Mittwochabend nach Bratislava und wurde dort von Präsident Ivan Gasparovic und Regierungschef Mikulas Dzurinda begrüßt. Dzurinda sagte, daß der amerikanisch-russische Gipfel in der Slowakei stattfinde, zeige das Vertrauen, das Bush und Putin in sein Land hätten.
Slowakei: Musterland der Marktwirtschaft
Bush und seiner Frau Laura wurden am Flughafen Brot und Salz übergeben, das traditionelle Begrüßungsgeschenk und Zeichen der Gastfreundschaft. Bush ist der erste amerikanische Präsident, der den vor zwölf Jahren aus der Tschechoslowakei hervorgegangenen Staat besucht. Die Slowakei gilt als Musterland marktwirtschaftlicher Reformen und hat die Irak-Politik Amerikas mit der Entsendung von 100 Soldaten unterstützt.
Am Donnerstag standen zunächst private Gespräche mit Gasparovic und Dzurinda auf dem Programm. Außerdem wollte sich Bush im Gegensatz zu seinem Besuch in Mainz auf einem Platz in der Innenstadt an die Bevölkerung wenden. Am Nachmittag wollte Bush in der mittelalterlichen Burg von Bratislava (Preßburg) mit Putin zusammenkommen. Im Mittelpunkt der Gespräche dürften die russischen
Atomgeschäfte mit Iran, geplante Raketenverkäufe Moskaus an Syrien
sowie die von Bush kritisierten anti-demokratischen Tendenzen des
Kremls stehen.
Abkommen zur nuklearen Sicherheit
Nach einem Bericht der Washington Post wollen Bush und Putin ein Abkommen zur Abwehr von nuklearen Terroranschlägen schließen. Unter anderem solle damit die Sicherheit russischer Atomanlagen erhöht werden. Ziel sei der Aufbau gemeinsamer Abwehreinheiten gegen Nuklearangriffe von Terroristen. Weiterhin enthalte der Vertrag ein Programm, mit dem weltweit verhindert werden soll, daß Reaktoren zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden.
Kritik an mangelnder Pressefreiheit in Rußland
Bush sagte am Mittwoch, er sei besorgt über jüngste Einschränkungen der Pressefreiheit in Rußland und eine Zunahme staatlicher Kontrollen. Ich freue mich darauf, mit ihm (Putin) über seine Entscheidungsprozesse zu sprechen, sagte der amerikanische Präsident. Sein Sicherheitsberater Stephen Hadley erklärte: Ein freies und demokratisches Rußland ist besser für Rußland und besser für uns. Das Land müsse im 21. Jahrhundert Stärke durch demokratische Strukturen erlangen. Hoffentlich werden sie das verstehen.
Erster Punkt im Programm von First Lady Laura Bush war am Donnerstagmorgen der Besuch eines neuen Amerika-Informationszentrums an der Universität von Bratislava. Den Nachmittag wollte sie zusammen mit Putins Frau Ljudmilla verbringen. Auf dem Programm standen der Besuch eines Museums und einer Galerie.
Text: FAZ.NET mit Material von AP, AFP
Bildmaterial: AP, picture-alliance / dpa/dpaweb, REUTERS