Atomstreit

Frankreich: Irans Atomprogramm „militärisch“ und „geheim“

Douste-Blazy: Iran hat alle Warnungen in den Wind geschlagen

Douste-Blazy: Iran hat alle Warnungen in den Wind geschlagen

16. Februar 2006 Frankreich hat Iran erstmals explizit beschuldigt, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie heimlich ein militärisches Nuklearprogramm zu betreiben. „Kein ziviles Atomprogramm kann das iranische Atomprogramm erklären. Also handelt es sich um ein geheimes militärisches Programm“, sagte Außenminister Philippe Douste-Blazy am Donnerstag im französischen Fernsehsender France 2. Er bezeichnete das Atomprogramm Irans als „militärisch“ und „geheim“.

Der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani wies die französischen Vorwürfe umgehend als „gegenstandslos“ zurück. Douste-Blazy solle sich „diplomatischer äußern und weitere Spannungen vermeiden“, wurde Laridschani vom iranischen Nachrichtensender Chabar zitiert. Frankreich solle in dem Atomstreit eine „größere Logik und eine stärker vernunftorientierte Haltung“ einnehmen.

„Alle Warnungen in den Wind geschlagen“

Der Westen mutmaßt seit langem, daß Iran heimlich den Bau von Atomwaffen verfolgt. Iran hat das stets zurückgewiesen. Ungeachtet der Forderung der internationalen Staatengemeinschaft hat das Land nach eigenen Angaben erst vor kurzem in kleinem Stil die Urananreicherung wieder aufgenommen. Schwach angereichertes Uran wird als Brennstoff für Atomreaktoren genutzt, hoch angereichertes Uran wird jedoch auch zum Bau von Atomwaffen gebraucht.

Douste-Blazy sagte, Iran habe alle Warnungen der Weltgemeinschaft in den Wind geschlagen, von der Wiederaufnahme der Urananreicherung abzusehen.

Text: dpa
Bildmaterial: AP

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