Türkei

Mehrere Verletzte bei Bombenexplosion

Die Bombe war vermutlich auf einem Fahrrad befestigt gewesen

Die Bombe war vermutlich auf einem Fahrrad befestigt gewesen

12. Mai 2007 Bei einer Bombenexplosion auf einem Wochenmarkt in der westtürkischen Hafenstadt Izmir sind am Samstag 15 Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der an einem Fahrrad befestigte Sprengsatz detonierte am Morgen, als die Händler gerade ihre Stände aufgebaut hatten. Die meisten wurden durch herumfliegende Metallteile verletzt. Weil es noch früh war, herrschte kein großes Gedränge auf dem Markt. Der Anschlag ereignete sich 24 Stunden vor einer Großdemonstration zur „Verteidigung der Republik“, zu der in der drittgrößten türkischen Stadt hunderttausende Menschen erwartet werden.

Hinweise auf den oder die Bombenleger und ihre Motive gab es zunächst nicht. Durch die Detonation wurden Marktstände beschädigt, Scheiben umliegender Häuser und geparkter Autos zerbarsten. Türkische Fernsehsender zeigten ein verbogenes Fahrrad am Boden liegen. Der Provinzgouverneur von Izmir, Cahit Kirac, vermutete, dass das Rad bereits am Vorabend am Randes des Platzes abgestellt worden sei. Die allermeisten Verletzten sollten nach Angaben der Uni-Klinik von Izmir nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden.

Fahrrad mit einer blauen Plastiktüte

„Wir hatten gerade unsere Stände errichtet und unterhielten uns, als sich plötzlich die Explosion ereignete“, berichtete einer der Händler. „Die Verletzten haben wir sofort zu den Autos gebracht, ohne auf das Eintreffen der Krankenwagen zu warten.“ An der Stelle, wo sich die Explosion ereignete, habe zuvor ein Fahrrad mit einer blauen Plastiktüte gestanden. „Als wir nach der Explosion hinsahen, waren das Fahrrad und die Plastiktüte zerfetzt.“

Der Oberbürgermeister von Izmir, Aziz Kocaoglu, verurteilte den Anschlag, der „nicht nur Furcht und Schrecken verbreiten sollte, sondern gegen Menschenleben gerichtet“ gewesen sei. Dennoch werde die Explosion keine Auswirkungen auf die für Sonntag geplante Großkundgebung haben. Er gehe nicht davon aus, dass sich jemand von der Teilnahme an der Demonstration abbringen lassen werde. Die nötigen Sicherheitsvorkehrungen würden getroffen. Wie zuvor in Ankara und Istanbul werden in Izmir Hunderttausende erwartet, die für eine Beibehaltung der Trennung von Staat und Religion und gegen eine schleichende Islamisierung demonstrieren wollen.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: REUTERS

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