Peking 2008

China kritisiert Boykottaufrufe gegen Olympische Spiele

Peking wünscht “keine Politisierung“ von Olympia

Peking wünscht "keine Politisierung" von Olympia

29. Januar 2008 Die chinesische Regierung reagiert zunehmend verärgert auf Kritik aus dem Ausland, die mit Hinweis auf die Olympischen Spiele vorgebracht wird. China werde niemals dem Versuch einiger Kräfte nachgeben, die die Olympischen Spiele nutzen wollten, um die chinesische Politik nach ihren Vorstellungen zu ändern, heißt es am Dienstag in einem Kommentar des Parteiorgans „Volkszeitung“.

Wenige Monate vor Beginn der Spiele haben Menschenrechtsorganisationen, Tibet-Unterstützungsgruppen und Aktivisten, die sich für eine Beendigung der Darfur-Krise engagieren, ihre Kritik an China verstärkt. Da die chinesische Regierung das Regime in Sudan unterstützt, haben einige Aktivisten zu einem Boykott der Spiele in Peking aufgerufen. Während das chinesische Außenministerium in der vergangenen Woche erstmals von einer „Politisierung der Olympischen Spiele“ gesprochen hatte, griff nun auch die Parteizeitung das Thema auf.

Keine Zugeständnisse wegen Olympia

Es gebe einige Leute im Ausland, die versuchten, China zu diskreditieren und die Olympischen Spiele dazu zu benutzen, Druck auf China auszuüben. Diese Versuche seien jedoch zum Scheitern verurteilt, schreibt die „Volkszeitung“. Einige „Stars“ hätten Briefe geschrieben und Chinas Politik in Sudan kritisiert und zu einem Boykott der Olympischen Spiele aufgerufen. Dabei sei es doch bekannt, dass China in Darfur große Anstrengungen unternommen habe.

Der Versuch „einiger Kräfte“, die Olympischen Spiele zu politisieren, werde keine Zustimmung finden, schrieb die Zeitung. Besonders wandte sich der Kommentator gegen den Versuch, mit Hinweis auf die Olympischen Spiele die Unabhängigkeitsbestrebungen in Taiwan zu unterstützen. Das Kalkül „dieser Leute“ sei, dass China vor den Spielen keine Konfrontation wagen würde. Das aber sei falsch, so die „Volkszeitung“, kein Land in der Welt würde wegen der Olympischen Spiele bei Kernfragen der eigenen Interessen Zugeständnisse machen.

Kein Wort zu Tibet

Der Kommentator vermied es, auf Kritik aus dem Ausland an Menschenrechtsverletzungen einzugehen und erwähnte auch Tibet nicht. Die chinesische Regierung sieht aber die zunehmenden Aktivitäten der Exil-Tibeter und des Dalai Lama als Teil einer Kampagne, China vor den Spielen unter Druck zu setzen.

In einer offensichtlichen Anspielung auf den Empfang des Dalai Lama durch einige Regierungschefs in den vergangenen Monaten schrieb die Zeitung, „einige Leute“ schauten vor allem auf ihre eigenen Wahlergebnisse, verletzten dabei aber nur die Gefühle von 1,3 Milliarden Chinesen. Solche Aktivitäten könnte zwar bei der Vorbereitung auf die Spiele einige kleinere Probleme bereiten, aber sie könnten China nicht diskreditieren.

Text: P.K.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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