Sehr geehrter Herr Hinderer, nach chinesischer Lesart handelt es sich bei den Folgen des Zyklons um eine innere Angelegenheit. Souveränität, territoriale Integrität und Nichteinmischung sind für China wichtiger als ein paar zehntausend Menschenleben. Von China eine humanitäre Intervention zu erhoffen ist in anbetracht der chinesischen Abstimmungsgeschichte im Sicherheitsrat naiv (siehe auch den Beitrag von Herrn Teubner). Wer humanitäre Interventionen wünscht, kommt an den gern verteufelten westlichen Militärmächten - sprich den USA, GB und Frankreich - nicht vorbei. Auch in Zukunft nicht. Alles andere sind naive und leider lebensgefährliche Wunschträume.
Da helfen auch keine Gutmenschentaten aus Deutschland. Wenn ich sehe wie die westlichen Nationen daum betteln helfen zu dürfen wird mir ganz anders. Es ist gerade zu lächerlich wie man sich anbiedert. Kombiniert mit Spendenaufrufen, als wenn der arbeitende Bundesbürger nicht genug Lasten zu tragen hätte. Ganz besonders interessant ist der Spendenaufruf für China. China könnte mit seinem Staatsfond auf einen Streich die gesamten Bundesschulden ablösen. Braucht eine solche Nation Spenden? Wirschaftliche Vorteile bringt es nicht. Aber es ist typisch westliches Gutmenschentum, Geld und Hilfsgüter zu verschenken und dem Wettbewerber den Profit zu überlassen. 1991 Scheckbuchkrieg. USA verdient, Deutschland bezahlt. Afghanistan ebenso. Die Welt dreht sich um Geld, Rohstoffe und der daraus resultierenden Macht. Wann ist endlich schluß mit dem Gutmenschentum in Deutschland?
.. gestorben sind. Will heißen, die Anzahl der Personen die aufgrund von unterlassener Hilfeleistung nach der Naturkatastrophe gestorben sind ? Werden jetzt wenigstens die Akten des internationalen Gerichtshofes über die Mitglieder des Regimes befüllt. Oder gibt es in 10 oder 20 Jahren wieder keine Beweise daß Hilfeleistungen verhindert wurden.
Wer sagt denn, dass eine "interessierte Allianz" nicht aus China, Indien und Thailand bestehen könnte? Nur so eine Idee. Vllt. geht es den Herrschaften dort auch gegen den Strich, was sie aus dem Katastrophengebiet hören.
Und genau,weil Burma gerade für China nicht unbedeutend ist,hat China eine UN-Sicherheitsrats-Sitzung mit anschließenden eindeutigen Aufforderungen an die Generäle verhindert und tut dies auch weiterhin. China ist eben außen- und wirtschaftspolitisch nicht im Mindesten so unbedarft,wie mancher Gutmensch in Deutschland das sich vorstellt !
Sehr geehrter Herr Neufert, leider zeichnet sich Ihr Beitrag durch Unwissen aus: Burma hat mit Edelhölzern, Jade, Edelsteinen, Gold, Erdöl und Erdgas durchaus signifikante Rohstoffvorkommen. An diesen sind neben China v.a. Indien und Thailand interessiert. Noch interessanter ist jedoch die strategische Lage Burmas, die Chine einen Zugang zum Indischen Ozean erlaubt, weshalb z.B. die zu Burma gehördenen Kokos-Inseln bereits von den Chinesen gepachtet wurden. Und dies bestimmt nicht, um aus ihnen ein Urlaubsparadies zu machen. Vor diesem Hintergrund ist insbesondere China an einem ruhigen Burma interessiert - dies kann auch gern Friedhofsruhe sein. Ein Engagement "interessierter 'Allianzen'" wird China - als interessierter und bereits engagierter Platzhirsch - zu verhindern wissen. Somit ist gerade wegen der Ressourcen und der strategischen Lage nicht mit einem militärischen Eingreifen zu rechnen. Ihren Vergleich von Junta und verhinderten Helfern möchte ich nicht weiter kommentieren, da meine Replik sonst nicht veröffentlicht werden kann. Er disqualifiziert sich von selbst. MfG.