Man würde Frau Merkel in Sachen Menschenrechte gerne immer Recht geben,
wenn sie diesbezüglich nicht zweierlei Maß anwenden würde. Hat sie etwa,
als sie kürzlich in Texas auf der Privatranch von Bush zu Besuch war,
ein Wort über die menschenrechtliche Situation der Hunderte von
Gefangenen in Quantanamo verloren, die dort ohne Strafanzeige geschweige
denn Rechtsbeistand dahinvegetieren?
Am 7. November holte sie - entgegen dem diplomatischen Usus - König
Abdullah von Saudi-Arabien, dessen Vorfahren die Engländer einst aus
einem Beduinenzelt holten und zum König ernannten, persönlich am
Flughafen ab, obwohl in Saudi-Arabien, die Menschenrechte mit Füßen
getreten werden. Dort wurde jüngst eine 7fach vergewaltigte Frau zu 200
Peitschenhieben und 6 Monaten Haft verurteilt wurde, weil sie
vergewaltigt wurde. Und Frau Merkel dürfte als Frau in Saudi-Arabien
nicht einmal Auto fahren.
Ganz zu schweigen von Klaus Wowereit, der besagten König Abdullah durch
das Brandenburger Tor führte und der als bekennender Homosexueller in
Saudi-Arabien öffentlich mit einem Schwert geköpft würde.
Warum werden die Menschenrechte für manche Länder eingefordert
und für andere wiederum nicht?
Sie haben natürlich recht damit, dass der Westen in der Vergangenheit Diktatoren unterstützt hat und das z.T. noch immer tut.
Allerdings ist die deutsche Außenpolitik hier eigentlich recht gut.
Soll man etwa, was manche anscheinend vorschlagen, die Außenpolitik nie im Sinne der Menschenrechte verbessern dürfen, also einmal Diktator unterstützt muss das die nächsten 10.000 Jahre auch geschehen?
Ich freue mich, dass ich einen Wandel in der Außenpolitik erkennen kann und Kritik selbst an "Freundnationen" wie den USA oder Russland geübt wird. Die Unterstellung des politstrategischen Kalküls kann ich insbesondere nicht erkennen, als z.B. der Empfang des Dalai Lama deutsche wirtschaftliche Interessen behindert hat und auch eine "schrödersche" Russlandpolitik unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten besser wäre.
...bei dem kecken Bärtchen...
sie´ das Gute liegt so nah.
Um Menschenrechtsverletzungen zu finden, Herr Bernfried Loosen, müssen wir nicht erst nach Israel gehen. Noch schlimmer ist es in Deutschland. Hier werden jeder diskriminiert, ermordet, vergewaltigt und alltäglich verprügelt, der kein deutscher weißer Mann ist.
Widerspruch zwecklos. Hat die Sozial“wissenschaft“ in unzähligen Forschungsarbeiten bewiesen. Näheres finden Sie auf der Website der Minieriums für alles außer Männer, EMMA, Terre de femmes und der Hans-Böckle-Stiftung.
OK, den Leuten in Simbabwe geht es nicht so toll. Die sterben (mangels medizinischer Hilfe) an den einfachsten Krankheiten, sterben vor Hunger, landen wegen Kritik im Knast. Aber das alles ist ein Paradies im Vergleich zur Folterhölle Deutschland. Oder?
macht sie insgesamt eher unglaubwürdig.
Dieser eher primitive "Profilierungsversuch" von Merkel auf Kosten der Africaner ruft berechtigte Kritik hervor.
für den beispielhaften Einsatz der Faschismus- und Rassistenkeule, damit hat er eine Referenzebene geschaffen, für die, deren Sprachschatz sich auf braune Stichworte fokussiert.
Wie schnell vergessen hier einige Kommentatoren, dass z.B. in 50er, 60er, 70er und 80er Jahren der gesamte Westen in Afrika an der Seite der undemokratischen Regime und Diktatoren Platz nahmen, sie unterstützten und protegierten oder korrupte Stammesfürsten gegen Regierungen aufwiegelten . Namen? Moise Tschombe(Kongo), Mobutu(Kongo), -über den sagte ehemalige Natobefehlshaber und spätere Außenminister Alexander Haig(USA): Er ist ein Hund, aber er ist unser Hund-, Jan Bedel Bokassa(Zentralafrikanische Republik), Apartheitsregime in Südafrika, Eyadema(Togo), Jonas Sawimbi in Angola, Renamo Rebellen in Mozambik, Konig Hassan II. Von Marokko. Menschenrechte dienen leider meistens unliebsame Länder gefügig zu machen, unter Druck zu setzen, Ethnien gegen einander auszuspielen, unter der uralten Maxime divide et impera.
Die Vergangenheit zeigt: In Afrika werden Diktatoren - wenn sie nicht gerade Weiße belästigen und das Land ausbeutenlassen von der Weltgemeinschaft in Ruhe gelassen, egal, wie viele Morde sie begangen, egal wie viele Milliarden sie gestohlen haben.
.......muss herhalten, um eine fehlende, jedoch notwendige Auseinandersetzung mit wichtigen, grenzüberschreitenden Themen zu ersetzen.
Genau das ist das Manko vieler afrikanischer Potentaten, die sich heute noch gerieren wie Feudalherren vergangener Zeiten.
Jeder Euro, der in diese Länder als Bares gegeben wird, wandert über dubiose Wege nicht dorthin, wo er dringenst benötigt wird.
Ich vertrete schon lange die Auffassung, dass Entwicklungshilfe entweder durch Menschen oder Mensch und Gerätschaften geleistet werden soll, jedoch nicht in Form von Schecks.
Obwohl Simbabwe durch Misswirtschaft auf allen Ebenen unter Verantwortung von Mugabe und seinen Getreuen am Boden liegt und einen langsamen Tod stirbt, soll Hilfe nur an die Menschen direkt geleistet werden.
Denn auch Hilfslieferungen landen nicht bei den ärmsten der Armen.
Südafrika kommt hierbei eine besondere Verantwortung zu, die es noch auszufüllen gilt.
Zur Kenntnis nehmen, ggf. gezahlte Entwicklungshilfe einfrieren.
Die "einzig verbliebene Zeitung" sagt ja ihr Übriges.
Ich zitiere einfach den ehemaligen P1-Türsteher Damir Fister:
"Lässt man einen Franzosen nicht herein, ist man ein Nazi. Passt ein Afrikaner nicht zur Türpolitik, ist man ein Rassist."