Von Thomas Scheen, Johannesburg
10. Dezember 2007 Die zimbabwische Regierung hat die Bemerkungen von Bundeskanzlerin Merkel beim EU-Afrika-Gipfel, die Situation in Zimbabwe ruiniere das Bild des neuen Afrikas, scharf zurückgewiesen. Wenn es um Zimbabwe geht, sollte sie ihren Mund halten oder verschwinden, zitierte die staatliche Zeitung The Herald am Montag Informationsminister Sikhanyiso Ndlovu. Zimbabwe sei keine deutsche Kolonie und die Bemerkungen Merkels seien Rassismus erster Güte, sagte Ndlovu.
Staatschef Mugabe sei ein unbestrittener Held des Freiheitskampfes, der bei dem Gipfeltreffen in Lissabon einige europäische Staats- und Regierungschefs, einschließlich Merkel, wie Zwerge hat aussehen lassen, so Ndlovu.
Papier-Diskussionen ohne Inhalt
Zudem beschuldigte er die Bundeskanzlerin, schmutzige Hände und nazistische Tendenzen zu haben, weil sie etwa die Scientology-Kirche verbieten lasse und den Schauspieler Tom Cruise zunächst daran gehindert habe, einen Film über den Hitler-Attentäter Stauffenberg an historischen Orten in Berlin zu drehen. Das Staatsblatt The Herald ist die einzige verbliebene Zeitung in Zimbabwe, nachdem alle unabhängigen Medien bedroht, verboten beziehungsweise sabotiert worden waren.
Unterdessen bestritt die zimbabwische Oppositionspartei Movement for Democratic Change (MDC), eine Einigung mit der Regierungspartei Zanu-PF über die Organisation der für März geplanten Präsidentschafts- und Parlamentswahlen erzielt zu haben, wie Mugabe kurz vor seiner Abreise nach Portugal verkündet hatte.
Vielmehr, so Oppositionsführer Morgan Tsvangirai, seien die seit Monaten unter Vermittlung des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki laufenden Verhandlungen nichts weiter als Papier-Diskussionen ohne Inhalt. Tsvangirai drohte mit einem Boykott der kommenden Wahlen.
Text: F.A.Z.
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