Thailand

Flughafen-Blockaden in Bangkok beendet

Auf dem Suvarnabhumi-Flughafen in Bangkok landete erstmals wieder eine Passagiermaschine der Thai Airways

Auf dem Suvarnabhumi-Flughafen in Bangkok landete erstmals wieder eine Passagiermaschine der Thai Airways

03. Dezember 2008 Die Regierungsgegner in Thailand haben die von ihnen tagelang besetzten Flughäfen von Bangkok am Mittwoch offiziell den Behörden übergeben. Techniker arbeiten nun nach Ende der einwöchigen Blockade mit Hochdruck daran, den Passagier-Betrieb wieder in Gang zu bringen.

Auf dem Suvarnabhumi-Flughafen in Bangkok landete am Mittwoch erstmals wieder eine Passagiermaschine. Thai Airways brachte eine Maschine aus Phuket im Süden des Landes in die thailändische Hauptstadt. Die Fluggesellschaft erklärte, noch im Laufe des Tages würden Maschinen nach Sydney, Neu-Delhi, Tokio, Frankfurt am Main, Seoul und Kopenhagen starten. Der Airport für Inlandsflüge wurde von den Demonstranten ebenfalls wieder freigegeben. Richtig geht der Betrieb wahrscheinlich erst in der Nacht zum Freitag los. „Der Flughafen wird am 4. Dezember Mitternacht wiedereröffnet, aber ist dann noch nicht 100 Prozent im Einsatz“, sagte der amtierende Präsident der Flughafenbehörde, Serirat Pasutanong.

Pad kündigt neue Proteste an

Die letzten Demonstranten, die den Flughafen eine Woche lang aus Protest gegen die Regierung zu tausenden blockiert hatten, zogen am Mittwochmorgen ab. Sie hatten sich zur Beendigung ihrer Aktion bereiterklärt, nachdem das Verfassungsgericht die Regierungspartei PPP am Dienstag wegen Wahlbetrugs schuldig gesprochen und aufgelöst und den Regierungschef entlassen hatte.

Der Oppositionsführer im Parlament appellierte an die Volksvertreter, eine vernünftige Lösung aus der Krise zu finden. „Wir hoffen, dass die Mehrheit der Abgeordneten im Parlament nun zu Sinnen und zu dem Schluss kommt, dass wir eine andere Art Regierung brauchen“, sagte Abhisit Vejjajiva in einem Interview mit der BBC. Das Parlament werde nächste Woche einen neuen Regierungschef wählen.

Die Vertreter der drei aufgelösten thailändischen Parteien einigten sich unterdessen auf einen Interimsministerpräsidenten. Der bisherige stellvertretende Ministerpräsident Chaovarat Chanweerakul soll vorübergehend die Regierungsgeschäfte führen. Die Abgeordneten der aufgelösten Regierungspartei haben sich bereits in einer neu gegründeten Partei formiert und wollen den nächsten Regierungschef wieder aus ihren Reihen bestimmen. Für den Fall hat die außerparlamentarische Opposition Pad neue Proteste angekündigt. Abhisits Demokratische Partei gehört nicht zur Pad, doch haben mehrere Mitglieder unverhohlen Sympathien bekundet.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa, REUTERS

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