Afghanistan-Einsatz

„Obama schickt zunächst 34.000 Soldaten“

24. November 2009 Der amerikanische Präsident Barack Obama wird am 1. Dezember seine künftige Strategie in Afghanistan in einer Rede an die Nation verkünden. Der Entscheidungsfindungsprozess sei nach der neunten und letzten Sitzung des Kriegskabinetts im abhörsicheren „Situation Room“ in der Nacht zum Dienstag nun abgeschlossen, teilte Präsidentensprecher Robert Gibbs mit. Der Präsident werde in seiner Rede nicht nur mitteilen, wie vielen zusätzlichen Soldaten er den Marschbefehl nach Afghanistan erteilen werde, sondern auch seine Pläne für einen Abzug aus dem Land.

An der zweistündigen Sitzung im „Situation Room“ hatten neben Außenministerin Hillary Clinton und Verteidigungsminister Robert Gates unter anderen Vizepräsident Joseph Biden, der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs, Admiral Michael Mullen, UN-Botschafterin Susan Rice und Budgetdirektor Peter Orszag teilgenommen. Der von Obama im Juni ernannte Kommandeur der amerikanischen und alliierten Truppen in Afghanistan, Heeres-General Stanley McChrystal, und der Botschafter Washingtons in Kabul, Karl Eikenberry, nahmen über Video- und Telefonschaltungen an den Beratungen teil.

Das amerikanische Kriegskabinett im abhörsicheren “Situation Room“
Das amerikanische Kriegskabinett im abhörsicheren „Situation Room”

Nach amerikanischen Medienberichten verdichten sich die Indizien dafür, dass Obama zunächst etwa 34.000 weitere Soldaten nach Afghanistan schicken wird. Im Juni kommenden Jahres solle dann überprüft werden, ob die Truppenverstärkung den erwünschten Erfolg bei der Befriedung Afghanistans habe. Mitte 2010 wolle Obama dann entscheiden, ob eine abermalige Verstärkung notwendig sei, ob die dann erreichte Mannschaftsstärke ausreiche oder ob stattdessen ein rascher Abzug aus Afghanistan ins Auge gefasst werden solle. Gegenwärtig kämpfen in Afghanistan etwa 68 000 amerikanische Soldaten, verbündete und befreundete Staaten haben 42 000 Mann im Einsatz.

Kommandeur McChrystal und Botschafter Eikenberry wurden derweil vom Weißen Haus aufgefordert, sich für die fälligen Anhörungen im Kongress Anfang kommender Woche bereitzuhalten. Es wird erwartet, dass die Anhörungen im Senat und im Repräsentantenhaus unmittelbar nach Obamas Rede an die Nation vom kommenden Dienstag beginnen. Zwischen McChrystal und Eikenberry hatte es zuletzt heftigen Streit gegeben, weil sich der Botschafter in einem vertraulichen Kabelbericht nach Washington, der an die Presse gelangt war, gegen die vom militärischen Befehlshaber geforderte Truppenverstärkung ausgesprochen hatte. (rüb.)

Ermittlungen wegen Korruption

Die afghanische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruptionsvorwürfen gegen insgesamt 15 amtierende und ehemalige Minister. Das sagte der erste stellvertretende Generalstaatsanwalt, Fasel Ahmad Faqirjar, am Dienstag. Betroffen seien drei amtierende Ressortchefs aus der Regierung von Präsident Hamid Karzai sowie zwölf ehemalige Minister. Karzai hat bei seinem Amtsantritt in der vergangenen Woche einen entschlossenen Kampf gegen die Korruption versprochen. (AP/dpa)

Text: rüb.; F.A.Z.
Bildmaterial: AP

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