Camp Justice: Wie gerecht sind die Guantánamo-Prozesse?

Guantánamo

Sie nennen ihn den Kindersoldaten

Omar Khadr war 15 Jahre alt, als er 2002 in Afghanistan gefangen wurde. Im Lager Guantánamo ist er der Jüngste. Er zählt nicht zu denen, die hier „Platinum- Gefangene“ heißen, weil sie für „9/11“ verantwortlich sein sollen. Sein Verteidiger in Uniform wirkt bemüht. Von Matthias Rüb

Lesermeinungen zum Beitrag

12. September 2008 12:29

Prozessuale Rechte

Jörg Walter (harrismc)

Kriegsgefangene haben nur in den feuchten Träumen von Amerika-Gegnern "prozessuale Rechte". Auch die Aufregung über die Ankündigung, dass Gefangene auch nach einem Freispruch in einem Prozeß - wie der Chauffeur Bin Ladens - , 'solange wie notwendig' gefangen gehalten würden, läßt tief blicken: Man stelle sich einmal eine solche Forderung nach Freilassung im 2. Weltkrieg von Wehrmachtssoldaten in amerikanischer Gefangenschaft vor: Der Besatzung eines deutschen UBoots wird der Prozeß gemacht, weil es einen Passagierdampfer versenkt hat. Kapitän und und Richtschütze werden zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Rest wird freigesprochen. Und die restliche Welt dreht ma Rad, weil der Smutje, der ja nur Kartoffeln geschält hat, trotz Freispruch nicht freigelassen wird. Wie immer ist das ein Selbstgespräch über die eigene Vergangenheit.

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12. September 2008 11:10

Die Problematik stellt sich in 130 Tagen nicht mehr

thomas schulz (peanutbutter)

Solange nämlich dauert Bush's Amtzeit noch. Beide Präsidentsschaftskandidaten wollen diesen Schandfleck menschlicher Zivilisation auflösen und den Insassen die minimalen prozessualen Rechte zubilligen, auf das die Vereinigten Staaten berechtigterweise stolz sind, vorrausgesetzt sie halten sich an ihre im Wahlkampf gemachten Aussagen.

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