
Bei allem Respekt vor seinem Lebenswerk.
Aber,sein Wort:
„Wir haben das zu akzeptieren“
...zeugt doch eher von einer "Waschlappenmentalität".
Es ist Absurd die offensichtliche Paranoia der us-amerikanischen Administration auf Europa zu übertragen.
In Europa entscheiden die Menschen selbst, ob sie Schutz benötigen.
Vielleicht sollten wir - in weiser Voraussicht - einen Raketenabwehrschirm, gerichtet gegen mögliche us-amerikanische "Raketenangriffe" einrichten.
Wenn der "moralische Verfall" der Vereinigten Staaten von Ameika so weiter geht, wird es irgendwann notwendig werden, gegenüber diesem Staat nicht mehr erpressbar zu sein.

Ob es nun um Terroristen, Schurkenstaaten oder eine moegliche strategische Bedrohung durch Russland oder China geht, die Antwort der Pazifisten ist immer die gleiche: "Wenn wir uns nicht ruehren, dann wird uns schon nichts passieren..."
Zumindest in einem hat Egon Bahr recht gehabt. Die deutschen Politiker haben sich noch nicht an die Verantwortung gewoehnt, die ein grosses, souveraenes Land wie Deutschland automatisch traegt. Und das gilt wohl auch fuer eine Reihe anderer europaeischer Politiker, die es sich bequem gemacht haben in einer Welt, in der Amerika zum Vorteil seiner Verbuendeten die Drecksarbeit macht. Ein zuverlaessig funktionierendes Raketenabwehrsystem macht die westliche Welt sicherer, weil es schwerer wird auf uns Druck auszuueben. Ganz egal ob es Raketen aus dem Nahen Osten, China, Nordkorea oder sonstwoher sind. Wichtig ist, dass man Vorkehrungen trifft bevor es zu spaet ist. Man faengt ja auch nicht erst an, einen Damm zu bauen, wenn die Sturmflut schon begonnen hat.
Das ist der Unterschied zwischen amerikanischer Vorsicht und europaeischer Unbekuemmertheit.

Inwieweit soll denn der Iran für Europa oder die USA eine Bedrohung sein? Außer Israel, das ständig neue Kriege braucht, um sein Budget zu decken, hat kein Staat Interesse am Krieg mit dem Iran.

Die Ostblockstaaten wären auch ohne Kissingers "Idee" zusammengebrochen: die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Wirtschaftssysteme hatte das schon "eingebaut".
Die Politik des "Wandel durch Annäherung" als nicht ursächlich für den Zusammenbruch des Ostblocks zu diskreditieren geht an der Sache vorbei: Ziel war ja nicht der Zusammenbruch sondern eben der Wandel (z.B. in den Lebensverhältnissen der Menschen, Demokratie usw.).
Mir scheinen die Kommentare von Herrn Schmidtmann und Maehler etwas sehr ideologisch motiviert. Oder steckt gar der Neid auf die erfolgreiche Ostpolitik dahinter, die z.B. auch zu Brandts Kniefall in Warschau geführt hat?

sagte einmal ein Freunde von Helmut Kohl, der sich mit Bahr oft genug unterhalten hat. Dass Bahr nicht gleich jeden heiligen Krieg mitmacht, nun den heiligen Krieg gegen den Iran, spricht ja eher fuer ihn.

Da kann man seine Zweifel schon haben.
Alleine sein Vorschlag, eine europäische Raketenabwehr zu installieren, zeugt von Realitätsferne.
w.a.

Nehmen wir an, Rußland würde eine Rakentenabwehrsystem entwickeln und aufbauen, mit dem sich das Land bald vor Raketenangriffen - zunächst vielleicht nur aus China - schützen könnte. Vielleicht würde man das in den USA nicht als direkte Bedrohung auffassen, aber eine Herausforderung zum Rüstungswettlauf wäre es auf jeden Fall. Oder würden Sie , Herr Schmitdtmann, den USA in diesem Fall etwa zum Stillhalten raten? - Na also, dann müssen Sie auch Herrn Bahr Recht geben. Er warnt ja nicht vor einem erneuten kalten Krieg, sondern vor einem Rüstungswettlauf.

Das hatten wir doch schon alles in den 80er Jahren. Damals ging es um SDI. Das war auch ein Raktenabwehrsystem und so kostspielig das der UdSSR Ende der 80er die Puste ausging. Bahr sollte das doch wissen. Aber er selbst hat ja kurz vor der Wiedervereinigung noch gesagt, dass die Wiedervereinigung die Lebenslüge der Deutschen sei. Schon damals hatte der Mann nichts gegriffen. Und heute? Die gleichen Argumente wie in den 80er. Aber das ist nun mal bei Sozialdemokraten so. Bestimmte Dinge wie Westbindung, Bundeswehr, Nato, Wiedervereinigung usw. hat diese Partei nicht gegriffen. Ihr Denken liegt begraben im demokratischen Sozialismus. Und der ist out. Es wird nämlich keinen neuen kalten Krieg geben, weil die Voraussetzung dazu mit Sicherheit nicht durch ein Raktenabwehrprogramm hervorgerufen werden, dass die Russen überhaupt nicht bedroht.

Und in der Tat analysiert Herr Bahr immer gerne im nachhinein und versucht dann gerne den Eindruck zu erwecken er habe es ja schon immer so gesehen.
Aber manche wissen sehr wohl noch wie es um die Wahrheitsliebe dieses Politikers bestellt war: Ein geflügeltes Wort war - Es gibt eine neue Form der Wahrheit, die Bahrheit. Viele deutsche Politiker ver-suchen den Eindruck zu erwecken ihre Idee vom Wandel durch Annäherung habe den sowjetischen Kommunismus zum Zusammenbruch geführt. Richtig ist aber, daß Henry Kissinger der Vater des Zu-sammenbruchs war, und zwar mit seiner Idee die leistungsfähigere Wirtschaft der USA so einzusetzen, daß bei einem Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion diese aufgeben müßte. Und so war es ja wohl.
Der politische Kurs des Herrn Bahr lag also völlig daneben.
Rolf-Dirk Maehler