Nach langer Krankheit

Indonesiens ehemaliger Präsident Suharto ist tot

27. Januar 2008 Der frühere starke Mann Indonesiens, Suharto, ist am Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 86 Jahren gestorben. Er hatte das Land 32 Jahre bis 1998 wie ein Diktator regiert. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono verkündete die Todesnachricht in Rundfunk und Fernsehen persönlich. Obwohl Suharto wegen der Exzesse in seiner Amtszeit umstritten war, waren zahlreiche Minister und ehemalige Staatschefs aus dem Ausland in den vergangenen Wochen an das Krankenbett des ehemaligen Präsidenten gepilgert, um ihm eine letzte Ehre zu erweisen.

In den vergangenen Wochen war eine Debatte darüber entbrannt, ob dem Greis alle Gräueltaten vergeben werden sollten. Versuche, ihn wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption vor Gericht zu bringen, waren gescheitert. Die Anwälte plädierten unter Verweis auf seine Gesundheit immer erfolgreich auf Prozessuntauglichkeit.

Gehörte zu den korruptesten Potentaten der Welt

Der frühere General hat in seiner Amtszeit erfolgreich die Wirtschaft angekurbelt. Er gehörte nach Überzeugung der Organisation „Transparency International“ aber auch zu den korruptesten Potentaten der Welt. Die Familie soll bis zu 35 Milliarden US-Dollar beiseite geschafft haben. In seiner Amtszeit verschwanden hunderttausende Kritiker teils jahrelang ohne Prozesse in Gefängnissen oder wurden ermordet.

Als sich die Wirtschaftslage mit der Asienkrise 1997 dramatisch verschlechterte, wuchs im 240 Millionen-Volk der Unmut über die Amtsführung Suharots. Studentenproteste und Unruhen trieben ihn 1998 schließlich zum Rücktritt. Der Übergang zur Demokratie gelang ohne größere Umwälzungen.



Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: dpa

 
Rubriken

Bei Betancourt-Befreiung

Kolumbien missbraucht Rot-Kreuz-Symbol

 
Video in voller Größe
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche