30. März 2004 Die Zahl der Festnahmen in Zusammenhang mit den Madrider Attentaten vom 11. März hat sich am Dienstag um drei auf dreiundzwanzig erhöht. Das gab der amtierende Innenminister Acebes bekannt. Bei den drei letzten festgenommenen Verdächtigen handelt es sich um zwei Syrer und einen Spanier.
Dieser, Antonio Toro Castro, ist ein Schwager des mutmaßlichen Sprengstofflieferanten der Terroristen José Emilio Suárez. Der pensionierte Bergbauarbeiter, der schon in Untersuchungshaft sitzt, wird beschuldigt bei der Beschaffung von mehr als hundert Kilogramm Dynamit eine Schlüsselrolle gespielt zu haben.
Radikale Islamistengruppe
Bei den dreiundzwanzig Festgenommenen handelt es sich um fünfzehn Marokkaner, vier Syrer, zwei Inder und zwei Spanier. Einige von ihnen besitzen auch die spanische Staatsangehörigkeit. Die Marokkaner - vierzehn Männer und eine Frau - werden zu einer radikalen Islamistengruppe mit möglichen Verbindungen zu der Terrororganisation Al Qaida gezählt.
Insgesamt vier Personen, die während der vergangenen zwei Wochen vorübergehend festgenommen und von einem Ermittlungsrichter befragt wurden, sind unterdessen wieder freigelassen worden. Zu ihnen zählt auch der Marokkaner Fouad El Morabit Anghar, der nach Angaben der Polizei eine Zeitlang in Deutschland als Student verbracht hat.
Die Ermittlungen der spanischen Behörden konzentrieren sich weiterhin auf die Gruppe marokkanische Extremisten. Innenminister Acebes erklärte am Dienstag, die Polizei untersuche Verbindungen zwischen den festgenommenen Hauptverdächtigen und terroristischen Gruppen, besonders der marokkanischen Islamischen Kampfgruppe. Auch die marokkanischen Behörden haben erklärt, sie konzentrierten sich auf zwei extremistische Organisationen: die Islamische Kampfgruppe und die Salafia Jihadia. Acebes sagte, es sei möglich, daß es in den nächsten Tagen zu weiteren Festnahmen komme.
191 Todesopfer
Ein spanischer Richter erließ am Dienstag Haftbefehle gegen zwei weitere Verdächtige, die an den Bombenanschlägen beteiligt gewesen sein sollen. Bei ihnen handelte es sich um einen Syrer und einen Marokkaner, wie aus Justizkreisen verlautete. Dem Syrer Basel Ghayoun wurde Massenmord und die Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung zur Last gelegt, dem Marokkaner Hamed Ahmidam die Zusammenarbeit mit der Gruppe. Es hieß, zwei Augenzeugen hätten Ghayoun in einem der Züge erkannt, in denen der Sprengstoff explodiert war. Beide Beschuldigten beteuerten ihre Unschuld, gestanden aber ein, einige der bereits festgenommenen Verdächtigen zu kennen, darunter auch den Hauptverdächtigen Jamal Zougam. Im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. März erging bislang gegen 14 Verdächtige Haftbefehl, sechs kamen wieder auf freien Fuß.
Medienberichten zufolge stieg die Zahl der Todesopfer der Anschläge unterdessen auf 191. Eine 49jährige Frau erlag in einem Krankenhaus in Madrid ihren schweren Verletzungen.
Text: AP, wie.
