10. Februar 2006 Israel hat am Freitag die russischen Pläne kritisiert, die Führung der radikal-islamischen Hamas nach Moskau einzuladen.
Damit untergrabe die Regierung von Rußlands Präsident Wladimir Putin die internationalen Bemühungen, die radikale Palästinenser-Organisation zur Aufgabe der Gewalt und zur Anerkennung Israels zu bewegen, sagte Außenministerin Zipi Liwni in einem Interview der New York Sun.
Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer lehnte jeglichen Kontakt zur Hamas ab. Das steht außer Frage, das ist unmöglich, sagte De Hoop Scheffer beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister in Taormina auf Sizilien. Der amerikanische Verteidigungsminister Donald Rumsfeld sagte: Eine Wahl zu gewinnen, ist eine Sache, zu regieren, eine andere.
Ohrfeige für die westlichen Länder
Rußland befinde sich damit auf einem gefährlichen Pfad, da die Pläne Zweifel an der Entschlossenheit der Staatengemeinschaft aufkommen ließen. Minister Meir Schitrit warf Putin vor, Israel mit einer Einladung an die militanten Sieger der jüngsten Palästinenser-Wahl ein Messer in den Rücken zu stechen.
Andere hochrangige Regierungsvertreter sagten, Israel erwarte eine Erklärung vom russischen Botschafter. Dies ist nicht nur eine Ohrfeige für Israel, sondern auch für alle westlichen Länder, erklärten sie. Auch die Vereinigten Staaten haben eine Erläuterung gefordert.
Ende des Friedensprozesses befürchtet
Putin hatte am Donnerstag überraschend angekündigt, die Führung der von der EU und Amerika als Terror-Organisation eingestuften Palästinensergruppe nach Moskau einladen zu wollen. Man müsse anerkennen, daß die Hamas durch eine demokratische und legitime Wahl an die Macht gekommen sei, hieß es zur Begründung. Die Hamas hat angekündigt, eine formelle Einladung anzunehmen.
Sie hat die Parlamentswahlen in den Palästinensergebieten am 25. Januar gegen die Fatah-Organisation von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gewonnen und will die neue Regierung anführen. Der Wahlsieg hatte Befürchtungen vor einem Ende des Nahost-Friedensprozesses aufkommen lassen.
Hamas lehnt Friedensforderungen ab
Israel schließt Gespräche mit der Hamas, die sich der Zerstörung des jüdischen Staates verschrieben hat, kategorisch aus. Das Nahost-Friedensquartett, zu dem neben Amerika, den Vereinten Nationen (UN) und der Europäischen Union (EU) auch Rußland gehört, hatte eine weitere finanzielle Unterstützung der Palästinenser-Regierung zuletzt davon abhängig gemacht, daß die Hamas der Gewalt abschwört und Israel anerkennt. Die Extremisten-Gruppe hat diese Forderungen abgelehnt.
Text: Reuters/AP
Bildmaterial: AP