
Der Islam befindet sich am Kreuzweg, wie einst das Christentum zu Galileis Zeiten. Die moderne Welt mit Atombomben, Flugzeugen und Handys steht ante portas, aber drinnen huldigt man noch Bräuchen aus dem frühen Mittelalter. Dass Pakistan der Brennpunkt der Auseinandersetzung ist, hätte man im Westen schon seit der Teilung Indiens wahrnehmen sollen, als eine Million Menschen massakriert wurden. Stattdessen machte man das Land unter Frau Bhuttos westlich orientiertem Vater zur Atommacht, wofür er von seinem brutalen Nachfolger Zia erhängt wurde. In jüngerer Zeit wurde Pakistan zum Geburtsland der noch viel brutaleren Taliban, die zusammen mit dem Al-Kaida-Chef Osama den Kampf bis in die Höhlen des benachbarten Afghanistan ausdehnten. Die fanatischen Verfechter der alten Welt kämpfen heute umso verbissener, gerade weil sie sich der Aussichtslosigkeit ihres Überlebenskampfes der neuen Welt gegenüber bewusst sind.

Ich habe nicht behauptet (und würde das auch nie tun), dass Saudi Arabien ein Paradies für Frauen sei. Ich habe lediglich versucht, der Aussage Dr. Lerchs entgegenzutreten, dass Frauen in Saudi Arabien noch schlechter gestellt seien als im tribal- archaischen ländlichen Pakistan. Dieser Ansicht bin ich mit Verlaub auch nach Lektüre Ihrer Einwendungen noch.
Die koranischen Stellen, auf die man die Aussage begründen kann, Frauen gälten im Islam als zu blöd zum Autofahren, dürfen Sie mir bitte noch schnell zeigen - aber bitte nicht in der Wiedergabe des zionistischen Propagandadienstes MEMRI!
Die Aussagen des Koran zum Erbrecht der Frauen stehen im Zusammenhang einer gesellschaftlichen Vision, die die Kosten der Familiengründung und die Verantwortung des Erwerbs des Lebensunterhaltes der Familie in erster Linie dem Mann übertrug. In diesem Zusammenhang machten sie auch perfekt Sinn. Eine Minderberechtigung oder Minderwertigkeit der Frau ergibt sich daraus nur bei böswilliger Betrachtung und Herausreißen aus dem Zusamenhang.
Allerdings sieht die Lebensrealität heute vielfach anders aus, und die koranischen Vorschriften sollten in diesem Zusammenhang neu bewertet werden.

Das ist doch total hanebüchen, was Sie schreiben!!
1. Die Selbstmordrate von Saudi-Arabischen Frauen ist extrem hoch. 96% der Selbstmorde in SA sind Frauen. Wenn es ihnen da so toll ginge, würden sie das sicherlich nicht tun.
2. Frauen dürfen in SA noch nicht einmal Autofahren. In TV-Shows wird ÖFFENTLICH darüber diskutiert, und auch der Koran sowie andere ISLAMISCHE Quellen zitiert, die in etwa sagen: Frauen sind zu blöd dafür (Diverse TV-Shows können auf memri.tv gesehen werden)
3. Der Koran macht Riesenunterschiede zw. Frauen und Männern und beschneidet die Frauen grundlegenster Rechte (siehe nur die Unterschiede im Scheidungsrecht sowie der Fähigkeit, vor Gericht zu bezeugen!)
Wie kann man unter all diesen Umständen das behaupten, was Sie hier schreiben?
Der Artikel hat völlig Recht, greift sogar zu kurz!

Was ist in Pakistan passiert? Eine Frau, welche wiederholt wegen Korruptionsvorwürfen ihr Amt verloren hat, einigt sich mit dem amtierenden Präsidenten auf eine künftige Machtteilung vor den Wahlen unter Beteiligung "Amerikas".
Der Tod von Frau Bhutto eröffnet für Pakistan den Weg in die Demokratie.

Wenn die Angelsachsen in ihrer Leichtgläubigkeit Pakistan nicht gestattet hätten Atomwaffen zu bauen, so könnte sich nun der zynisch gelangweilte, moderne Mensch im Westen entspannt zurücklehnen und mit diebischer Freude mit ansehen wie eine religiöse Staatsgründung in den Flammen von Zwietracht und Bürgerkrieg zu Grunde geht und dann abschließend die hiesigen christlichen Konservativen damit ärgern, dass die Religion als wesentliche Grundlage eines Gemeinwesens nicht tauge und es vielmehr die gemeinsame Sprache, Werte, Sitten, Geschichte, Abstammung und Kultur sind, die ein Staatswesen zusammenhalten.
Aber so? So bleibt nur zu hoffen, dass die dortigen Verhältnisse einigermaßen stabil bleiben oder das im heraufdämmernden Chaos die Atomwaffen von außen (etwa durch die USA oder Indien) unschädlich gemacht werden. Die afghanischen, irakischen oder somalischen Herrlichkeiten der ethnisch-religiösen Bürgerkriege, mit reger Teilnahme der selbstsüchtigen Nachbarn, hat sich Pakistan in den Jahrzehnten seines Bestehens aber redlich verdient.

Als ausgewiesener Islamexperte sollte Dr. Lerch eigentlich immun sein gegen die beliebte, weil bequeme Gleichsetzung von geringer öffentlicher Sichtbarkeit der Frau mit ihrer geringen Wertigkeit. In Saudi Arabien haben Frauen ihre eigenen Bildungs- und Berufsmöglichkeiten, die sie auch wahrnehmen - allerdings getrennt von den Männern und daher für Beobachter von außen nicht sichtbar. Aus dieser mangelnden Sichtbarkeit aber darauf zu schließen, es gäbe diese Betätigungsmöglichkeiten für Frauen nicht, ist eines Wissenschaftlers nicht würdig, Herr Dr. Lerch. Saudi Arabien darauf gestützt noch hinter die ländlichen und Stammesgebiete Pakistans einzuordnen ist dementspechend hanebüchen.
Im Übrigen ist die Stellung der Frau in Teilen der pakistanischen Gesellschaft nicht islamisch, sondern archaisch. Es mag sein, dass ungebildete, rückständige Fanatiker solche Dinge wie Bildungsverweigerung, Ehrenmorde oder gar Ehrenvergewaltigungen islamisch zu begründen versuchen. Dennoch hat dies nicht mehr mit dem Islam zu tun als die pseudoreligiöse Untermauerung der Apartheid durch die Nederduitse Gereformeerde Kerk in Südafrika mit der Lehre Jesu Christi. Hätte es Ihnen so sehr wehgetan, hier etwas besser zu differenzieren?