20. März 2008 Wegen der amerikanischen Waffenlieferungen an das Kosovo fordert Russland eine Dringlichkeitssitzung des Nato-Russland-Rats. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete am Donnerstag, Moskaus Botschafter bei der Nato, Dimitri Rogozin, habe diesen Wunsch geäußert. Ich habe mich an den Nato-Generalsekretär gewandt mit dem Vorschlag, eine informelle Dringlichkeitssitzung einzuberufen, um über die Waffenlieferungspläne der Vereinigten Staaten an den Kosovo zu sprechen, sagte Rogozin demnach am Donnerstag in Brüssel.
Im Kosovo regierten vor allem ehemalige Terroristen, sagte Rogozin weiter. Er verstünde daher nicht, wie man diese mit Waffen versorgen könne.
Ein gefährlicher Plan
Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte die Lieferung von Waffen und anderen Militärgütern am Mittwoch genehmigt. Sie solle auch die Sicherheit der Vereinigten Staaten stärken und den Weltfrieden fördern, begründete Bush seine Entscheidung. Sie steht im Zusammenhang mit dem Aufbau einer kleinen militärischen Sicherheitstruppe von 2500 Mann. Die Nato und die von ihr geführte internationale Schutztruppe Kfor sollen dabei die führende Rolle übernehmen.
Auch der serbische Ministerpräsident Vojislav Kostunica hatte die geplanten Waffenlieferungen scharf kritisiert. Der Belgrader Zeitung Novosti sagte er: Das bestätigt nur, dass es sich hier um den gefährlichen Plan zur Schaffung des ersten Nato-Staates weltweit handelt. Das serbische Volk werde die Gewaltpolitik der Vereinigten Staaten gegenüber Serbien im Gedächtnis behalten.
Ein modernes Kosovo schaffen
Der Ministerpräsident des Kosovos, Hashim Thaci, sagte dagegen am Donnerstag in der Hauptstadt Pristina, die Waffenhilfe beweise einmal mehr die spezifischen und außerordentlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten. Staatspräsident Fatmir Sejdiu sagte, die Lieferungen belegten, dass wir auf allen Feldern zusammenarbeiten, um eine modernes Kosovo zu schaffen.
Seit der Unabhängigkeitserklärung am 17. Februar haben 34 Staaten diesen jüngsten europäischen Staat anerkannt. In der Folge war es zu Ausschreitungen der dort lebenden serbischen Bevölkerung gegen Truppen der Vereinten Nationen und der Nato gekommen, bei denen ein ukrainischer UN-Soldat getötet wurde. (Siehe auch: Krawalle im Kosovo: UN-Polizist getötet)
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP