Kolumbien

Chávez ruft zu Kriegsvorbereitungen auf

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09. November 2009 Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat die Verantwortlichen in den Streitkräften des Landes aufgefordert, „für den Krieg bereit“ zu sein und die Bevölkerung auf die „Verteidigung des Vaterlandes“ vorzubereiten. Chávez sorgte damit für eine weitere Zuspitzung in den ohnehin spannungsgeladenen Beziehungen zum Nachbarland Kolumbien. Anlass für die Missstimmung ist insbesondere die vor Kurzem unterzeichnete Vereinbarung zwischen Bogotá und Washington über die Benutzung von sieben Militärbasen in Kolumbien durch amerikanisches Militär. Allerdings sagte Chávez auch, mit den Vorbereitungen für den Krieg wolle er einen solchen vermeiden. Er zitierte das lateinische Sprichwort „Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg“ (Si vis pacem, para bellum).

Die kolumbianische Regierung des Präsidenten Alvaro Uribe reagierte mit der Ankündigung, sie werde wegen Chávez' Kriegsdrohungen den UN-Sicherheitsrat und die Organisation Amerikanischer Staaten anrufen. Die Regierung versicherte in ihrer Stellungnahme, sie sei bisher mit „keiner einzigen Kriegsgeste der internationalen Gemeinschaft und noch weniger Bruderländern“ gegenübergetreten und werde das auch in Zukunft nicht tun. Der einzige Beweggrund für ihr Vorgehen sei die Überwindung des „Narcoterrorismus“. Bogotá sei weiterhin zu einem „aufrichtigen Dialog“ bereit, um die Krise im Verhältnis zu Venezuela zu überwinden.

„Wir sind zu allem bereit“

Chávez betrachtet den kolumbianisch-amerikanischen Militärpakt als eine direkte Bedrohung für sein Land und die ganze Region. „Begehen Sie nicht den Irrtum, einen Angriff gegen Venzuela anzuordnen und dazu Kolumbien zu benutzen“, wandte sich Chávez an den amerikanischen Präsidenten Obama. „Wir sind zu allem bereit, aber Venezuela wird nie eine Kolonie der Yankees oder von irgendjemand anderem werden.“

Die kolumbianische Regierung befinde sich nicht mehr in Bogotá, sondern in den Vereinigten Staaten, sagte Chávez. Beide Regierungen hätten sich zusammengetan, um die Welt zu „belügen“. Wenn Nordamerika Venezuela militärisch angreifen sollte, werde ein „Hundertjähriger Krieg“ beginnen und sich über den ganzen Kontinent erstrecken. „Wir sind nicht allein, wir haben eine große Gruppe von Freunden“, sagte Chávez.

Im Grenzgebiet zwischen Venezuela und Kolumbien kam es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Zwischenfällen; bei den beiden schwersten wurden neun Kolumbianer und zwei venezolanische Militärs getötet. Chávez, der Bogotá außerdem beschuldigte, Geheimdienstagenten in Venezuela, Ecuador und Kuba einzusetzen, schickte 15.000 Soldaten zur Verstärkung an die Grenzen zu Kolumbien und Brasilien.

Text: oe./FAZ.NET
Bildmaterial: reuters

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