26. Juli 2008 Afghanische Sicherheitskräfte haben im Einsatzgebiet der Bundeswehr im Nordosten des Landes nach Regierungsangaben den wichtigsten regionalen Taliban-Anführer getötet. Das Innenministerium in Kabul teilte am Samstag mit: Mullah Usman wurde getötet, als Militante unter seinem Kommando einen Kontrollposten der Polizei im Distrikt Kalafgan (in der Provinz Tachar) angriffen.
Usmans Leiche sei von der Polizei in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es weiter. Er sei der oberste Kommandeur der radikalislamischen Taliban in der Nordost-Region gewesen. In Tachars Hauptstadt Talokan unterhält die Bundeswehr seit Februar ein permanent besetztes Regionales Beraterteam (PAT), eine Außenstelle des zivil-militärischen Wiederaufbauteams (PRT) in Kundus.
Isaf-Soldaten erschießen vier Zivilisten
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier setzte seinen Afghanistan-Besuch am Samstag in der Hauptstadt Kabul fort. Der Minister besucht das Land seit Freitag unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. (Siehe auch: Steinmeier in Afghanistan: Die Gefahr ist größer geworden)
Derweil erschossen Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf am Samstag in der südafghanischen Provinz Helmand vier Zivilisten und verletzten drei weitere, wie die Nato-geführte Isaf mitteilte. Der Wagen der Zivilisten sei auf eine Kontrollstelle zugefahren, und der Fahrer habe trotz Aufforderung und Warnschüssen nicht angehalten. Die Soldaten hätten dann aus Angst vor einem Angriff Aufständischer auf das Fahrzeug geschossen.
Die Isaf teilte mit, man bedaure diesen unnötigen Vorfall zutiefst, den die leichtsinnigen Handlungen des Fahrers herbeigeführt hätten. Der Vorfall werde untersucht. Zivile Opfer bei Operationen ausländischer Militärs in Afghanistan führen zu zunehmenden Unmut in der Bevölkerung. Die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai und die Vereinten Nationen haben die internationalen Truppen bereits mehrfach zu größerer Vorsicht aufgerufen.
Text: FAZ.NET mit dpa