24. Oktober 2006 Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP ist am Dienstag im Gazastreifen von bewaffneten Palästinensern entführt worden. Der 37 Jahre alte Spanier Emilio Morenatti verließ gerade sein Haus, als er von vier Männern angegriffen und in einen Wagen gestoßen wurde, wie sein Fahrer und Dolmetscher Madsched Hamdan erklärte.
Hamdan hatte vor dem Haus im Auto gewartet, um Morenatti abzuholen. Die Entführer nahmen dem Fahrer seine Autoschlüssel und sein Telefon ab, hielten ihm eine Waffe an den Kopf und forderten ihn auf wegzugehen. Danach fuhren sie mit dem Fotografen davon. Zu der Tat bekannte sich zunächst niemand. Die palästinensische Hamas-Regierung verurteilte die Entführung. Die Tat schade dem Ruf des palästinensischen Volkes, sagte ein Sprecher, Ghasi Hamad.
Keine Hinweise über Entführer
Die Autonomieverwaltung verfüge über keine Hinweise, wer Morenatti verschleppt habe und welche Gründe es für die Entführung gebe, fügte Hamad hinzu. Die Regierung werde sich aber mit allen Mitteln für eine Freilassung Morenattis einsetzen. Auch die Fatah-Partei von Präsident Mahmud Abbas verurteilte die Tat. Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos erklärte in Madrid, seine Regierung nutze alle ihr zur Verfügung stehenden Kontakte, um Morenattis Freilassung zu erreichen. Das spanische Konsulat in Jerusalem wurde eingeschaltet.
AP-Präsident Tom Curley erklärte, das Unternehmen tue alles, um Morenatti zu finden. Morenatti ist ein erfahrener Bild-Reporter, der auch schon in Afghanistan im Einsatz war. Der Fotograf arbeitet seit April 2005 für die AP in Jerusalem. Zuvor berichtete er seit April 2004 für die Agentur über den Krieg in Afghanistan. Im Sommer dieses Jahres berichtete der Spanier unter anderem über die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland sowie über den Libanon-Krieg. Im Gazastreifen wurden in der Vergangenheit mehrfach ausländische Journalisten und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen verschleppt. Alle kamen unverletzt frei. Im August wurden zwei Mitarbeiter des amerikanischen Senders Fox News zwei Wochen lang festgehalten.
Text: FAZ.NET mit AP
Bildmaterial: AFP, REUTERS