Moskau

Russen nehmen Abschied von Journalistin Politkowskaja

Tausende Bürger besuchen die Beisetzung in Moskau

Tausende Bürger besuchen die Beisetzung in Moskau

10. Oktober 2006 Unter der Anteilnahme mehrerer tausend Menschen ist die ermordete russische Journalistin Anna Politkowskaja in Moskau beigesetzt worden. Journalisten, Menschenrechtler und andere Moskauer Bürger legten am Dienstag Blumen am Sarg der 48 Jahre alten Politkowskaja nieder, bevor sie auf dem Trojekurowskoe-Friedhof im Westen der Hauptstadt bestattet wurde.

Unterdessen hat Rußlands Präsident Wladimir Putin Bundeskanzlerin Angela Merkel zugesagt, „daß alles getan wird, um diesen Mord aufzuklären“. Das sagte Frau Merkel am Dienstag nach einem Treffen mit Putin im Rahmen des deutsch-russischen Gesprächsforums „Petersburger Dialog“ in Dresden. Die Kanzlerin zeigte sich abermals „sehr bestürzt“ über das Verbrechen. Es sei „selbstverständlich, daß die Pressefreiheit zu einer demokratischen Entwicklung (Rußlands) gehört“. (Siehe auch: In Dresden: Putin sagt Aufklärung des Falls Politkowskaja zu)

„Ein irreparabler Verlust“

Anna Politkowskaja war eine besonders kritische Stimme

Anna Politkowskaja war eine besonders kritische Stimme

Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer an der Trauerfeier in Moskau auf 3000 bis 5000. Zugegen waren unter anderem die Botschafter der Vereinigten Staaten und Schwedens sowie der Menschenrechtsbeauftragte von Präsident Putin, Wladimir Lukin. Wijatscheslaw Ismailow von Politkowskajas Zeitung „Nowaja Gaseta“ sagte bei der Feier: „Das ist ein irreparabler Verlust. Wir werden das tun, wofür du nicht die Zeit hattest, und wir werden diejenigen finden, die dich getötet haben.“

In der Redaktion der „Nowaja Gaseta“ trafen weitere Beileidsbekundungen ein. Die Zeitung hatte am Montag eine Belohnung von 25 Millionen Rubel für Hinweise auf Politkowskajas Mörder ausgesetzt. Das sind etwa 738.000 Euro. Auch vor dem Haus, in dem die Journalistin gelebt hatte und am Samstag ermordet worden war, legten Menschen Blumen nieder.

Die Polizei sucht laut einem Zeitungsbericht nach mindestens fünf Tätern. „Sie sind alle von verschiedenen Kameras gefilmt worden und den Ermittlern verdächtig erschienen“, berichtete die „Komsomolskaja Prawda“. Vier der fünf Gesuchten - zwei Frauen und zwei Männer - hätten Frau Politkowskaja vor der Tat beschattet, hieß es. Ein Journalist der Zeitung hatte sich am Samstag zufällig in der Nähe des Tatortes aufgehalten und dient den Ermittlern jetzt als Zeuge.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, picture-alliance/ dpa, Reuters

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