18. April 2008 Die britische Polizei hat in der Nacht zum Freitag in Bristol einen 19 Jahre alten Mann wegen des Verdachts terroristischer Taten festgenommen.
Wie die Behörde der Region Avon und Somerset am Freitag weiter mitteilte, wurde dann die Gegend um sein Wohnhaus herum evakuiert und später nach einer Durchsuchung dort in einer kontrollierten Explosion ein Gegenstand gesprengt worden. 30 Menschen mussten demnach aus umliegenden Häusern in dem Vorort Westbury on Trym in Sicherheit gebracht werden.
Anti-Terror-Einheit beteiligt
Die Polizei gab an, man stehe am Anfang einer langwierigen und komplizierten Untersuchung. Es hätten nach einem Anfangsverdacht verdeckte Ermittlungen stattgefunden, an der auch Beamte der Anti-Terror-Einheit von Scotland Yard beteiligt gewesen seien
Den Verdächtigen hatte die Polizei am Donnerstag nachmittag ins Gewahrsam genommen. Er wurde am Freitag weiter verhört. Die stellvertretende Polizeichefin Jackie Roberts fügte sagte, es handle sich um anhaltende, komplexe und heikle Ermittlungen. Der Mann sei festgenommen worden, um Schaden zu vermeiden.
Die Polizei habe zuvor Informationen des Geheimdienstes erhalten. Roberts erklärte, die Anwohner könnten zunächst nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Materialen aus dem Sprengsatz, der um zwei Uhr morgens zur Explosion gebracht wurde, würden nun untersucht.
Prozess gegen Terrorverdächtige
In Großbritannien gilt seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erhöhte Alarmbereitschaft. Am 7. Juli 2005 kamen bei Selbstmordattentaten auf die Londoner U-Bahn mehr als 50 Menschen um, Hunderte wurden verletzt.
Vergangenes Jahr im Juni vereitelte die Polizei Anschläge in der Londoner Innenstadt. Zudem scheiterte ein Anschlag im schottischen Glasgow, als Attentäter versuchten, mit einem brennenden Auto in das Flughafengebäude zu fahren.
Derzeit stehen in London auch acht Terrorverdächtige vor Gericht, die im Sommer 2006 Anschläge auf Flugzeuge auf dem Weg von London-Heathrow in die Vereinigten Staaten und nach Kanada geplant haben sollen. Der Prozess findet unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bristol liegt rund 170 Kilometer westlich von London und ist eine Hafenstadt mit rund 400.000 Einwohnern.
Text: FAZ.NET mit Reuters/dpa
Bildmaterial: reuters