20. Mai 2008 Die Weltbank will Burma trotz der verheerenden Wirbelsturm-Folgen derzeit keine Finanzhilfen gewähren. Das Land habe seine Schulden bei der internationalen Finanzorganisation seit 1998 nicht beglichen, erklärte ein Vertreter der Weltbank am Dienstag. Es sei Politik der Bank, Ländern mit Schuldenrückständen keine Mittel zur Verfügung zu stellen. Eine Ausnahmeregelung für Burma schloss er aus.
Wir konzentrieren uns auf die Unterstützung der Initiative der südostasiatischen Staaten, mit technischer Hilfe, Ausbildung und Experten, aber es gibt kein Geld, sagte ein Sprecher der Weltbank. Burma ist zwar nach wie vor Mitglied der Weltbank, doch wurden die Kredite 1987 gestoppt. Nach Angaben der Weltbank schuldet das Land der Bank 818 Millionen Dollar (525 Millionen Euro).
133.000 Tote, Hunderttausende Obdachlose
Bei dem Zyklon Nargis und der nachfolgenden Flutwelle kamen in Burma nach offiziellen Angaben rund 133.000 Menschen ums Leben. Hunderttausende Burmaner wurden obdachlos. Der Wirbelsturm war vor zweieinhalb Wochen mit Windgeschwindigkeiten von 190 Kilometern pro Stunde über das Land hinweggefegt.
Besonders schlecht ist die Lage im tiefliegenden Irrawaddy-Delta, wo die Menschen von Krankheiten und Hunger bedroht sind. Die offizielle Zahl der Opfer liegt bei 78.000. Zusätzlich werden 56.000 Menschen vermisst. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon wollte die Region am Mittwoch besuchen.
Geberkonferenz in Rangun geplant
Für Sonntag haben die Vereinten Nationen und die Mitglieder der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN), deren Mitglied Burma ist, eine Geberkonferenz in Rangun geplant. Die burmanische Militärjunta wird weltweit scharf kritisiert, weil sie nach dem Durchzug des Zyklons am 2. und 3. Mai die Einreise internationaler Helfer zur Versorgung der Sturmopfer blockiert. Mittlerweile erlaubte die Regierung jedoch der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN), internationale Hilfe im Land zu koordinieren.
In Burma begann am Dienstag eine dreitägige Staatstrauer für die Todesopfer des Zyklons. Im ganzen Land sollten die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa
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