Kosovo-Gipfel

Serben und Albaner beharren auf Positionen

Ahtissari: “Damit ist das Potenzial für Verhandlungen erschöpft“

Ahtissari: "Damit ist das Potenzial für Verhandlungen erschöpft"

10. März 2007 Ein von den Vereinten Nationen (UN) organisiertes Gipfeltreffen über die Zukunft der abtrünnigen südserbischen Krisenprovinz Kosovo ist am Samstag in Wien gescheitert. Bei den Verhandlungen der Präsidenten und Regierungschefs aus Serbien und dem Kosovo habe es „keinerlei Fortschritte“ gegeben, berichtete UN- Vermittler Martti Ahtisaari.

Beide Seiten hätten „keinerlei gemeinsame Grundlage“ gefunden und auf ihren unvereinbaren Ausgangspositionen beharrt. „Damit ist das Potenzial für Verhandlungen erschöpft“, sagte der frühere finnische Präsident. Er werde seinen „realistischen Kompromiss“, der die eingeschränkte Unabhängigkeit des Kosovos unter EU-Aufsicht bei weit reichendem Schutz für die serbische Minderheit vorsieht, bis Ende März dem UN-Sicherheitsrat zur endgültigen Entscheidung vorlegen. Die serbisch-albanischen Verhandlungen seien „nach 17 Runden“ mit dem Misserfolg des Gipfeltreffens abgeschlossen.

Serbien lehnt Ahtissari-Plan ab

Die Albaner begrüßten den Ahtisaari-Plan, der den „Aufbau eines demokratischen europäischen Kosovo-Staates“ ermögliche. „Kosovo kommt jetzt in die Gemeinschaft freier Völker“, sagte Präsident Fatmir Sejdiu nach Konferenzende. Er versprach, die Albaner wollten „die höchsten europäischen Demokratiestandards“ erfüllen. Sejdiu hatte zuvor klar gemacht, dass die Albaner „keine institutionellen Verbindungen zu Serbien“ akzeptieren werde. Die Provinz steht seit 1999 unter UN-Verwaltung.

Serbiens Regierungschef Vojislav Kostunica erhob dagegen schwere Vorwürfe gegen den UN-Vermittler. „Ahtisaari zeigte von Anfang an seine Abneigung gegen einen Kompromiss“, sagte er nach dem Gipfeltreffen. „Das Ahtisaari-Dokument beinhaltet ausschließlich die Position der albanischen Seite“ und sei daher für Belgrad „absolut unannehmbar“. „Es gibt keine einzige Begründung, mit der 15 Prozent des serbischen Territoriums weggenommen wird“, behauptete Kostunica weiter. Er verlangte „keine Quasi-, sondern echte Verhandlungen“.

Russland hatte angekündigt, den Ahtisaari-Plan im Sicherheitsrat mit einem Veto verhindern zu wollen, weil Belgrad ihm nicht zustimme. In diesem Fall überlegen die Vereinigten Staaten und die EU, nach einer einseitigen Selbstständigkeitserklärung des Kosovo-Parlaments diesen dann jüngsten europäischen Staat auf bilateraler Basis anzuerkennen.

Text: FAZ.NET mit dpa
Bildmaterial: dpa

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