Turkmenistans Präsident Nijasow läßt sich Turkmenbaschi, „Führer der Turkmenen”, nennen

Steinmeier in Turkmenistan

Der Turkmenbaschi war guter Stimmung

Seit 15 Jahren herrscht er als Präsident diktatorisch über Turkmenistan. Wird er auf Menschenrechte angesprochen, reagiert er oft mit Tobsuchtsanfällen. Bei Steinmeiers Stippvisite hat Nijasow nicht gebrüllt - weitere Erfolge konnte der Außenminister nicht melden.

Lesermeinungen zum Beitrag

03. November 2006 19:11

Von außen gestütztes Regime

Ahmet Balkaya (maide4)

Es ist überall dasselbe. Muslimische Völker als zu kontrollierende und in Schach zu haltende Massen, unter Diktatoren, die ihre Unterdrückungsregime einzig und allein mit der Hilfe des Westens ( Nordafrika, Nahost, Südostasien ) oder Rußlands und Chinas ( Zentralasien ) aufrechterhalten können, oder als große Bevölkerungsminderheiten innerhalb Rußlands ( Kaukasus ),Chinas ( Xinjiang ), und Indiens ( Uttar Pradesh,... ),aber auch als zugewanderte muslimische Minderheiten in Europa. Überall hat die bestehende Staatsmacht mehr oder weniger Probleme, mit der Re-Islamisierung der muslimischen Massen angemessen umzugehen, im Kernland des Islam, Saudi-Arabien ebenso, wie in Turkmenistan, wo die Muslime den Koran sozusagen von Neuem zu lernen beginnen. Mit steigender Hinwendung der Muslime zum Islam treten die gesellschaftsformenden Gebote des Koran deutlicher hervor. In Europa äußern sie sich in der klareren Forderung religiöser Grundrechte als Minderheit, aber in Turkmenistan oder Usbekistan gilt es anti-islamische Diktatorenclans aus sowjetischer Erbschaft zu beseitigen, die gegen ihre eigene Bevölkerung arbeiteten. Von daher können Öl- und Gasverkäufe das absehbare Ende solcher anachronistischer Regime nur zeitlich etwas hinauszögern.

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