Wahl in Amerika

Bush baut Vorsprung aus

George W.Bush: “Wichtige Rede“

George W.Bush: "Wichtige Rede"

05. Oktober 2004 Trotz des weithin als enttäuschend eingestuften Auftritts bei seiner ersten Fernsehdebatte mit Senator John Kerry vom Donnerstag vermochte Präsident George W. Bush seinen Vorsprung in den Umfragen mehrerer Meinungsforschungsinstitute zu halten.

Eine von der Tageszeitung "Washington Post" und dem Fernsehsender ABC in Auftrag gegebene Umfrage ergab einen Vorsprung Bushs von 49 Prozent Zustimmung gegenüber Kerry mit 44 Prozent; das Pew Research Center ermittelte einen Abstand von 51 zu 46 Prozent. Eine Befragung der Tageszeitung "New York Times" und des Senders CBS legte dagegen nahe, daß Kerry einen Rückstand von neun Prozentpunkten aufholen und mit Bush gleichziehen konnte. Die drei Ergebnisse beruhen auf Befragungen potentieller Wähler zwischen dem 1. und 3. Oktober.

Signifikant bessere Werte

Der Mann hinter Bush: Dick Cheney

Der Mann hinter Bush: Dick Cheney

Auch das Nachrichtenmagazin "Newsweek" und die Tageszeitung "Los Angeles Times" sowie die Meinungsforschungsinstitute Gallup und Zogby kamen bei eigenen Befragungen zu dem Ergebnis, daß Bush und Kerry bei der allgemeinen Zustimmung in etwa gleichauf liegen. Signifikant bessere Werte erzielt Bush aber nach wie vor in allen Umfragen bei der Frage, welcher der beiden Kandidaten besser als Oberbefehlshaber und zumal im Krieg gegen den Terrorismus geeignet ist.

Zudem wird der Präsident an diesem Mittwoch einen Wahlkampfauftritt in Pennsylvania für eine Grundsatzrede nutzen, in welcher er seine Haltung im Krieg gegen den Terrorismus und beim Kampf um eine prosperierende Wirtschaft darlegen will. Der Präsident sei begierig darauf, Kerrys Angriffe auf seine Politik zurückzuweisen, berichtete die „Washington Post“. „Es gab einen Versuch vom Gegenspieler des Präsidenten, falsche Fakten zu verbreiten und die Amerikaner über die wesentlichen Dinge in die Irre zu führen“, zitierte das Blatt Bushs Pressesprecher Scott McClellan.

Duell von Vizepräsident und „Running mate“

Unterdessen wuchs wegen des mutmaßlich knappen Ausgangs der Präsidentenwahl am 2. November der einzigen Fernsehdebatte zwischen Vizepräsident Dick Cheney und Kerrys "running mate" John Edwards in der Nacht zum Mittwoch besondere Bedeutung bei. Beim Aufeinandertreffen der beiden bei der direkt im Fernsehen übertragenen Debatte an einer Universität in Cleveland (Ohio) sollte es sowohl um außen- wie um sicherheitspolitische Fragen gehen.

Es wurde erwartet, daß Cheney seine jahrzehntelange politische Erfahrung gegenüber den nur knapp sechs Jahren von Edwards im Senat in den Vordergrund stellen werde, während Edwards die frühere Tätigkeit Cheneys beim Rüstungskonzern Halliburton als Beweis für dessen Abstand von den täglichen Nöten der Menschen in Amerika hervorheben werde.

Text: rüb.; Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bildmaterial: AP, dpa/dpaweb

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