Das russische Gebaren wirft viele Fragen auf

Energiestreit

Putins Petromacht

Spezial Auch der neueste Energiestreit zeigt: Moskau versucht, eine strategische Petrodominanz zu erlangen. Ist es da wirklich die tollste Idee, munter Deutschlands Abhängigkeit von Russland zu vergrößern? FAZ.NET-Spezial.

Lesermeinungen zum Beitrag

16. Januar 2007 03:58

Eine unterschiedliche Welt

Jan Hlavac (Olav1)

Dank seinem rauhen Klima ist Russland nur dünn bevölkert und deswegen ähnlich wie einige andere Länder -Kanada, Australien, Saudi-Arabien, Namibia, Botswana usw.- dazu vorbestimmt, in der Weltwirtschaft eine Rolle des Rohstofflieferanten eher zu spielen.

Das Obenerwähnte klingt ganz logisch, ein Problem besteht aber darin, dass Russland traditionell zu einem unterschiedlichen Kulturkreis gehört, zu dem Kulturkreis der griechisch-orthodoxen Kirche, der sich sehr viel von Westeuropa unterscheidet, sodass eine Verständigung da ziemlich erschwert ist. In Beziehung des osteuropäischen Menschen zu dem Westen gibt es traditionell viel Hass. Man empfindet hier den Widerspruch der westlichen Vernunft und des russischen Gefühls. Und nach den russischen Slawophilen des 19. Jh. sollte Russland den dekadenten Westen sogar erlösen! Wenn auch der Ursprung des Kommunismus unterschiedlich war, wusste er diesen Widerspruch für sich in Russland politisch auszunützen.

Für den Westen ergibt sich daraus eins: Russland bleibt für ihn ein unberechenbarer Partner in allen Gebieten des menschlichen Daseins, und zwar ähnlich wie die islamische Welt. Das muss man immer in Kauf nehmen. Die Probleme in Beziehung zu Russland sind ständig zu erwarten.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 16:16

Bitte klare Sicht! - In dem (manchmal) Unkraut der Per. Sympathien!

Georg Dargelies (ragnita)

Moechte "Mallis" sachliche,kristallklare Darstellung
ergaenzen.

Von dem tuerkischen "Outlet" am Mittelmeer ist in der Entwickelung eine maechtig gebuendelte(Oel,Gas,Wasser,
Elect.) Unterwasserpipeline nach Israel im gange!
Menschlich verstaendlich.Mann geht eben den evt.
"Schachspiel" aus dem Wege,und bereitet dann "Zufaelliger" weise einen Nabel der Oelversorgung
mit den anerkannten-Auf und Zukraehnen- der westlichen
anerkannten Oelmonopole.

Zufaellig existierende Mariene-Einheiten werden wohl
fuer die Sicherheit sorgen!!!

Das Spiel im Sandkasten kann dann ja weiter gehen!

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 13:47

Ihr Allzeit-Hoch auf die russische Regierung,Herr Malliki,

Markus Teuber (arathorn)

ist völlig unangebracht!

Der Kalte Krieg mag vorbei sein.Die,die damals vom Kremel aus die Welt mit der Segnung des sowjetischen Kommunismus ausstatten wollten,sitzen aber noch in Moskau oder in den Rohstoff-Konzernen .

Der Kremel mag pünktlich liefern,aber nur an die,die Moskau
wohlgefällig sind und bar und gut bezahlen.

Rußland würde die Erdöl/-gas-Waffe auch gegen andere Länder in Europa (ja,auch Deutschland) anwenden,wenn von hier zum Beispiel wirklich kritische Töne zu Tschetschenien kämen.

Ihrem Beitrag nach scheinen Sie zu glauben und anderen weiß machen zu wollen,Rußland handle nur aus Wohlgefälligkeit mit seinen Rohstoffen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 13:24

Zum verfehlten Thema: Atomenergie

C.-T. Buhl (ctbuhl)

Man nehme den scharfen Wind der Atomenergie-Wiedereinsteiger und speise ihn über neue Windturbinen nahe Ihres Wohnorts ins Stromnetz. Andernfalls, d.h. im Falle eines Wiedereinstiegs, lasse man dort die künftig erforderlichen Endlager bauen.
Ich bin jedenfalls immer noch geprägt vom 6.8.1945, 28.3.1979 und 26.4.1986, oder schon vergessen?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 10:49

Der Kalte Krieg ist längst zu Ende

A. Malliki (a.malliki)


Ihnen ist wohl entgangen, dass Russland liefern würden, wenn nicht die Weißrussen die Pipeline blockieren würden.

Sogar noch diesen Schuh ziehen Sie Putin an. Das Vorhaben eine Pipeline ohne Dritte nach Deutschland zu bauen wurde auch von Ihrer Zeitung unter Beschuss genommen. WARUM?

Vielleicht kann die FAZ jetzt endlich auch nachvollziehen, warum Afghanistan für das große Projekt zwischen Aserbaidschan, Georgien, Türkei und USA so wichtig ist.

Am Kaspischen Meer liegen gewaltige Öl- und Gasvorräte. Sie sollen in den kommenden Jahrzehnten ausgebeutet werden – vor allem für den amerikanischen Markt. Denn die USA wollen ihre Abhängigkeit vom arabischen Öl verringern. Sie initiierten deswegen ein Pipeline-Projekt vom Kaspischen Meer bis zur türkischen Mittelmeerküste.

Russlands Dominanz in dieser Region zu brechen und den Iran aus dem neuen Öl-Geschäft zu halten war Washington erklärtes Ziel. US-Staatsbürgschaften decken die Risiken der endgültigen Pipeline-Strecke, denn sie führt durch große Erdbebengebiete.

Russland lieferte immer zuverlässig Öl - auch während des Kalten Krieges, aber dass Amerika mit uns teilt, steht in keinem Vertrag.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 09:14

Weißrussland und Folgen für uns

Michael Marks (hjort)

Es wird leider zu wenig auf den Hintergrund des heutigen Koflikts eingegangen. Man ist ja zu beschäftigt den Putin als bösen Tyranen darzustellen, der freiheitliebenden Völker unterdrückt.
Was will eigentlich Weißrussland? Naja, zusätzlich zu der Transitgebühr, die sie ohnehin und vollkommen zurecht kassieren, führen sie jetzt noch eine zusätzliche Zollabgabe ein. Das ist eine weltweite Innovation, denn hier werden Güter verzollt, die in diesem Land gar nicht verkauft werden, sondern eben in Deutschland, Polen, Ungarn etc. Diese Zollabgabe soll etwa ein Drittel des heutigen Endpreises betragen.
Falls Russland den westlichen Druck nachgibt und die Zollabgabe akzeptiert wird es mehrere unangenehme Folgen für uns geben. Zu einem, werden die Russen diese zusätzlich Kosten nicht selbst tragen, sondern einfach auf den Endpreis überschlagen und wir bezahlen es dann an der Tankstelle (und subventionieren damit gleichzeitig Lukaschenko). Zum anderen wäre ein Präzedenzfall geschaffen, dass mann nur über das Land transportierende Güter auch bezollen kann. Ein Blick auf die Karte verrät über welchen Weg die meisten unsere Exporte nach Russland gehen.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 09:05

Energiepolitik

Rüdiger Kimpel (rkimpel)

Endlich mal ein Artikel, der die Dinge beim Namen nennt, was die deutshce Energiepolitik betrifft - Unprofessioneller geht es nicht. Auf der einen Seite der Ausstieg aus der Kenrernergie, der grünen fundamentalen Theorien der Vergangenheit entspringt und auf der anderen Seite sich in eine Abhängigkeit von dringenst benötigten Primärenergien von einem Land begeben, dass offensichtlich unter Putin von Demokratie nichts wissen will und seine Macht im Energiebereich brutal ausspielt.

Es wäre so schön, wenn unsere Bundesregierung einmal erwacht aus dem deutschen Dornröschen und Biedermeier Schlaf und professionell mit diesem Thema umgeht - die Lösung ist so einfach: Breit diversifizierter Energiemix- unter systematischer Nutzung der Kernernergie - und anderer neuer Energien - und breiter Mix beim Einkauf von Energie und Berücksichtigung der Zuverlässigkeit der Partner.

Rüdiger Kimpel

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 07:23

Journalistische Kompetenz

Hinrich Wicke (Ralph222)

Es ärgert mich einfach sehr, dass die FAZ, die ich in letzter Zeit sehr schätzen gelernt habe, eine außenpolitische Krise braucht um endlich mit einer lang gehegten Meinung hervorzukommen: Kernenergie verdient ihre ideologische Ächtung nicht.

Es mag sein, dass alle Kernreaktoren der Welt das nächste Jahrhundert fehlerfrei laufen und es kann auch sein, dass der Salzstock Gorleben, das radioaktive Material über Jahrtausende sicher verwahrt, aber dann testen sie auch mal ein paar Autos mit weniger Spritverbrauch und erwähnen das positiv, dann müssen Sie auch nicht mit solch schlechten Gewissen die Atomkraft versteckt in rhetorischen Fragen zurückfordern.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 06:36

Demokratie gegen Staatensouveränität?

Hinrich Wicke (Ralph222)

Verstehen sie mich nicht falsch, ich bin Demokrat.
Nur was im Wendland abläuft ist in meinen Augen nicht demokratisch. Ich kenne die genauen Zahlen nicht, aber da werden bis zu 20.000 Polizisten in den kleinen Landkreis geschickt um den Rechtstaat durchzusetzen.

Demokratie darf nach meiner Auffassung nicht soviel Zwang erfordern. Das zeigt nur einen Mangel an Legitimität.


Und dass Putin mit wirtschaftlichen Mitteln eine Politik der Stärke betreibt, dürfte in der heutigen Welt nicht mehr kritisiert werden, wo sogar einer der ärmsten Staaten der Welt Nuklearwaffen besitzt und damit den reichsten Ländern droht.

Was hier doch im Grunde von dem Autor des FAZ Artikels vertreten wird ist folgendes: Wir können bei der Bewältigung unserer Energieprobleme nicht mehr auf Hilfe von Außen rechnen. Dann bürden wir doch einige 'Unangenehmlichkeiten' unserer eigenen Bevölkerung auf, sind dafür aber Unabhängig.

Das greift in meinen Augen zu kurz.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
10. Januar 2007 00:53

langfristig nicht zu ändern

Peter Meier (xrantanplanx)

Schweden hat die Leitlinie ausgegeben, bis 2020 unabhängig von fossilen Brennstoffen zu sein. Das ist in Deutschland vielleicht im vollen Maße nicht möglich. Aber es gibt ja auch noch andere Ölstaaten als Russland.
Öl ist noch ein essentieller Rohstoff für unsere Wirtschaft. Das macht uns erpressbar, gleich, welche Chartas die russische Diktatur -pardon, gelenkte Demokratie- unterzeichnet.
Es wird Zeit, Alternativen zu suchen. Es gibt sie ja schon.

Thema Kernkraft: Ist das ein ernsthafter Schluss Ihres Artikels? Wollen Sie Autos mit Kernkraft betreiben?

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 23:21

Info-Grafik

Karl Goenner (kgried1)

Damit nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden müssen: Schön wäre es, wenn beide Balken-Einheiten die gleichen wären, beim Öl und bem Gas kWh.

So muss der Interessierte erst nachschauen und dann nachrechnen, wie die Werte zu gewichten sind.

Und grosse Überraschung: 1 Tonne Öl hat ungefähr den gleichen Brennwert wie 1000 m³ Gas - und schon stimmt die Grafik wieder. Und ich habe gleichzeitig wieder etwas für meine Allgemeinbildung getan...

Dank also an den Autor!

Karl Gönner

PS: Trotzdem wäre es besser, gleich alle Werte in kWh zu schreiben...

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 23:10

Mangelndes Energiekonzept

Norbert Brand (Jirmejahu)

Fragen über Fragen und keine Antworten, z. B.: Warum will unsere Regierung, daß unsere Unternehmen nicht nur wegen geringeren Lohnkosten, sondern auch wegen geringeren Energiekosten nach Osten abwandern? Warum sollen russische Unternehmen EU-Ländern wie Polen und Rumänien den Ölpreis weiter subventionieren? Warum Weißrußland das Öl quasi schenken? Wie abhängig ist Europa von Öl aus Rußland wirklich? Ist die Abhänigkeit von Kernkraftwerksbetreibern eine Alternative? Mangels eines Energiekonzepts in der EU bleibt dann nur die Ausflucht "der Putin wars ..."

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 22:14

...Kernenergie statt Erdöl?!

Ulrich Sewing (Uli13)

Wie nicht nur im Artikel zu lesen sondern auch bei der zugehörigen FAZ-Umfrage zu lesen scheint ja alle Welt davon auszugehen, dass Kernenergie den Erdöl- respetive Erdgasverbrauch reduzieren könnte. Seit wann das?! Welche Autos fahren mit Strom? Welche Häuser heizen noch mit Strom? ... so ein Unsinn. Kein Atomkraftwerk kann jetzt und in den nächsten Jahren solche Lieferausfälle aus Rußland auffangen. Strom wird zur Zeit nur im unteren Einstelligen Prozentbereich aus den beiden fossilen Energieträgern gewonnen....

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 21:31

Erwiderung auf H.Wicke

heike haubrichs (roselheike)

Bei allem Wohlwollen, wo bleiben da die demokratischen Grundsätze?
So geht es Gott sei Dank auch nicht!
MfG
WoHau

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 21:16

Abhängigkeit ist gefährlich, auch vun Russland

heike haubrichs (roselheike)

Die allgemeine Lebenserfahrung zeigt und hier wird es auch und gerade in der Politik deutlich, müssen Abhängigkeiten eingeschränkt oder besser noch erst gar nicht entstehen dürfen. Gutgläubigkeit in diesen Angelegenheiten ist Dummheit und wird kurz oder lang bestraft.
Was ist an der Kernenergie, wenn man einmal die ideologische Betrachtung weglässt, unter den jetzigen und künftigen Herausforderungen falsch und unvernünftig?
So ist mir ein Mix aus diversen Energiequellen lieber, als später kalte Füße zu bekommen, jedenfalls so lange, bis eine ideale Lösung in punkto Energieversorgung existiert.
WoHaub

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
09. Januar 2007 20:43

Kernenergie

Hinrich Wicke (Ralph222)

Sie machen ja hier mächtig Stimmung für die Kernenergie.
Wie gefällt Ihnen folgender Vergleich?
Wie Rußland mit seinen Abnehmern umspringt, so geht die Bundesrepuplik mit den Einwohnern des Wendlandes um!

Rußland ist ein souveräner Staat, der seine Ressourcen verkaufen kann, an wen er will.
Dieser Grundsatz gilt für mich stärker, als der, dass sich eine Minderheit die Entscheidungen der Mehrheit aufbürden lassen muss.

Diese Lesermeinung bewertenBelanglos Lesenswert
1 - 15 von 16 Lesermeinungen
1 | 2 VorZum Ende blättern
Suche in Beitrag Lesername oder Login
Datum bis
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche