Naher Osten

Mehr UN-Soldaten an der israelisch-libanesischen Grenze

Seitdem Unifil-Soldaten die Grenze bewachen, war es weitgehend ruhig geblieben

Seitdem Unifil-Soldaten die Grenze bewachen, war es weitgehend ruhig geblieben

08. Februar 2007 Nach dem ersten Gefecht an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon seit dem Ende des Libanonkriegs im vergangenen Sommer soll die Friedenstruppe der Vereinten Nationen im Libanon (Unifil) im dem Gebiet verstärkt werden. Es sollen 200 französische und italienische Blauhelm-Soldaten, Panzer sowie Artilleriegeschütze verlegt werden, teilte der französische Generalstab am Donnerstag in Paris mit.

Der israelische Verteidigungsminister Amir Perez ordnete unterdessen an, die Armee solle mit Härte auf weitere Angriffe reagieren. Israel habe aber kein Interesse an einer Eskalation. Die Unifil-Truppe wertete den Schusswechsel an der Grenze als „ernst“.

„Die Spannungen nicht weiter verschärfen“

Libanesische Soldaten hätten das Feuer eröffnet, als israelische Einheiten auf ihrer Seite des Grenzstreifens Minen räumen wollten. Die Unifil sei in Kontakt mit der israelischen und der libanesischen Armee gewesen und habe beide Seiten zur Einstellung der Kämpfe aufgefordert, sagte Unifil-Sprecher Milos Struger. Kurz vor Mitternacht sei der Schusswechsel beendet worden.

Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy bedauerte den Schusswechsel. Im französischen Radiosender RFI rief Douste-Blazy beide Seiten dazu auf, von jeglicher kriegerischer Handlung abzulassen. „Ich halte es für sehr wichtig, dass die Spannungen nicht weiter verschärft werden“, sagte er.

Der Schusswechsel ereignete sich am späten Mittwochabend nahe der Ortschaft Awiwim. Nach Angaben beider Seiten gab es keine Verletzten. Die Unifil berichtete dagegen laut israelischen Medien von fünf verwundeten libanesischen Soldaten.

Suche nach Sprengstoff

Ein Sprecher der libanesischen Armee sagte, eine israelische Planierraupe habe einen Sicherheitszaun überquert und sei auf libanesisches Gebiet gefahren. Die Soldaten hätten daraufhin das Feuer eröffnet. Nachdem sich die israelische Einheit zurückgezogen habe, sei es noch zu einem kurzen Gefecht gekommen.

Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, die Armee habe im Grenzgebiet nach Sprengstoff der libanesischen Hizbullah-Miliz gesucht. Die Patrouille habe sich bei dem Einsatz nicht auf libanesisches Territorium begeben.

Nach dem fünfwöchigen Krieg Israels gegen die Hizbullah im vergangenen Sommer hat der Libanon im Rahmen einer international vereinbarten Waffenruhe Truppen an der Grenze zu Israel stationiert. Seitdem ist die Lage dort weitgehend stabil und ruhig gewesen.

Text: dpa / Reuters
Bildmaterial: AFP

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Sie suchen eine günstige Unterkunft für den nächsten Urlaub? Jetzt Ferienwohnungen und Ferienhäuser finden bei Immowelt.de und FAZ.NET!

FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche