Afghanistan

Entführter Deutscher wieder frei

05. Juli 2007 Der in Afghanistan entführte Deutsche ist wieder frei. Er wurde am Donnerstag nach Angaben des Auswärtigen Amtes zunächst in die Obhut der Nato-geführten Afghanistan-Schutztruppe Isaf übergeben. Der Mann, der vor einer Woche verschleppt worden war, befinde sich in guter gesundheitlicher Verfassung, hieß es am Donnerstag aus Kabul. Außenminister Steinmeier sagte am Donnerstagnachmittag in Berlin, der Mann sei auf dem Weg in die afghanische Hauptstadt. „Ich bin sehr froh, dass die Entführung so schnell einen glücklichen Ausgang gefunden hat“, sagte Steinmeier. Das sei ein Verdienst der afghanischen Behörden und der Isaf, insbesondere der britischen Einheiten, die sehr behilflich gewesen seien.

Nach unbestätigten Angaben soll es sich bei dem Verschleppten um einen Ingenieur handeln, der im Auftrag der amerikanischen Hilfsorganisation USAID an Straßenbauprojekten im Westen Afghanistans beteiligt war. Er wurde laut Agenturberichten nach einem Abendessen in einem Restaurant am Donnerstag vergangener Woche entführt. Die Umstände der Tat deuten auf einen kriminellen Hintergrund.

Hergang der Freilassung unklar

Außenminister Steinmeier: Verdienst der Afghanen und der Isaf

Außenminister Steinmeier: Verdienst der Afghanen und der Isaf

Der genaue Hergang der Freilassung waren zunächst nicht klar. Die Entführer hatten offenbar zuletzt 40.000 Dollar Lösegeld gefordert. Die Geiselnehmer hätten ihre Forderung über Stammesälteste übermittelt, sagte der Gouverneur der südwestafghanischen Provinz Farah, Ghulom Muhyuddin Baluch. Dort waren die beiden Männer nach Angaben der afghanischen Behörden verschleppt worden.

Der Gouverneur hatte Verhandlungen mit den Entführern abgelehnt und gesagt, sobald der Aufenthaltsort des Deutschen bekannt sei, werde er gewaltsam befreit. Den Bezirk Delaram, wo der Mann verschleppt worden war, schätzen Fachleute als sehr gefährlich ein. Das gelte besonders für die Ringstraße in der Region, die von Kandahar nach Herat führt und die der Deutsche angeblich befahren wollte. In Afghanistan waren in den vergangenen Monaten schon mehrere Bürger westlicher Staaten verschleppt worden, darunter war allerdings bis dato kein Deutscher.

Tote bei weiteren Anschlägen

Unterdessen wurden bei einem Selbstmordattentat im Süden Afghanistans am Donnerstag zehn Polizisten getötet und zehn verletzt. Der als Polizist getarnte Attentäter mischte sich nach offiziellen afghanischen Angaben an einem Kontrollpunkt unter die auf ihr Mittagessen wartenden Polizisten.

Bei einem weiteren Anschlag mit einer Autobombe ist am Donnerstag im Osten Afghanistans ein Nato-Soldat getötet worden. Über die Nationalität des Opfers machte die Isaf wie üblich zunächst keine Angaben. Erst am Mittwoch waren bei einem ähnlichen Anschlag sechs kanadische Soldaten und ihr afghanischer Dolmetscher ums Leben gekommen.

Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, F.A.Z., reuters

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