Zimbabwe

Tsvangirai tritt zur Stichwahl gegen Mugabe an

10. Mai 2008 Zimbabwes Oppositionsführer Morgan Tsvangirai wird sich einer Stichwahl gegen Präsident Robert Mugabe stellen. Tsvangirai erklärte am Samstag in Südafrikas Hauptstadt Pretoria, er werde schon bald in sein Heimatland zurückkehren. Der Vorsitzende der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), sagte seine Anhänger würden sich verraten fühlen, wenn er nicht im zweiten Wahlgang gegen Mugabe antrete: „Ich stehe bereit, und auch das Volk ist bereit für die Schlussrunde.“

Da die amtliche Wahlkommission die Ergebnisse des Urnengangs vom 29. März erst am 2. Mai bekanntgegeben habe, müsse die Stichwahl laut Gesetz spätestens drei Wochen später stattfinden - also bis zum 23. Mai. Nach dem offiziellen Ergebnis bekam Tsvangirai zwar die meisten Stimmen, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Der Oppositionsführer hatte dagegen erklärt, schon im ersten Wahlgang mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten zu haben.

Die Wahlkommission hatte jedoch erklärt, weder der MDC-Chef noch der seit den seit 28 Jahren regierende Mugabe hätten im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit erhalten.

Vermittler Mbeki

Der südafrikanische Präsident Thabo Mbeki hatte am Freitag in Zimbabwe vier Stunden lang mit Mugabe gesprochen. Mbeki war als Vermittler der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) nach Harare gereist.

Tsvangirai forderte, das neuerliche Votum müsse diesmal unter Aufsicht internationaler Beobachter und Journalisten stattfinden. Zudem müsse die um sich greifende Gewalt im Lande beendet werden, Truppen der SADC sollten den Frieden überwachen. Die Wahlkommission habe sich als parteiisch erwiesen und müsse durch ein neutrales Gremium ersetzt werden.

Die SADC-Staatengemeinschaft, die sich im vergangenen Monat auf ihrem Simbabwe-Krisengipfel in Lusaka (Sambia) auf einen Forderungskatalog für freie und faire Wahlen geeinigt hatte, müsse ihren Versprechungen nun Taten folgen lassen.

Warnung vor weiterer Gewalt

Tsvangirai warnte diejenigen, die nach seinen Erkenntnissen gegen tatsächliche oder vermutete Oppositionsanhänger Gewalt anwenden: „Für jene, die für die Gewalt vor Ort verantwortlich sind - die Polizei, die Miliz, die Armee und die sogenannten Veteranen - wird es Zeit, ernsthaft über die Folgen weiterer Attacken auf simbabwische Zivilisten nachzudenken!“

Er mahnte indirekt mit juristischen Folgen für die Zeit nach der Ära Mugabe.



Text: FAZ.NET mit dpa/AFP
Bildmaterial: dpa

 
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