Vereinigte Staaten

Geheimdienste warnen vor neuen Anschlägen in Amerika

Präsident Bush verteidigte den Antiterrorkampf

Präsident Bush verteidigte den Antiterrorkampf

18. Juli 2007 Das Terrornetz Al Qaida nutzt nach Einschätzung der amerikanischen Geheimdienste seine zunehmende Stärke im Irak und in Pakistan zu Angriffen in den Vereinigten Staaten. Damit stünde Amerika in den kommenden drei Jahren einer wachsenden terroristischen Bedrohung gegenüber, heißt in dem jüngsten Bericht zur Einschätzung der Terrorgefahr (National Intelligence Estimate), der die Einschätzungen von 16 amerikanischen Sicherheitsbehörden vereint. Eine zweiseitige Zusammenfassung des Berichts wurde am Dienstag in Washington veröffentlicht.

Obwohl seit den Anschlägen vom September 2001 nur wenige Akteure von Al Qaida in den Vereinigten Staaten entdeckt worden seien, müsse mit verstärkten Versuchen der Einschleusung weiterer Akteure gerechnet werden. In dem Bericht werden zahlreiche Organisationen genannt, die eine „anhaltende und sich entwickelnde“ Gefahr darstellten, darunter Al Qaida, die libanesische Hizbullah und auch nicht-muslimische Gruppen. Das größte Augenmerk gilt jedoch Al Qaida.

Bush: Al Qaida heute weitaus schwächer als 2001

Die Gruppe könne künftig eine direkte Bedrohung für die Vereinigten Staaten darstellen, erklärten die Autoren. Al Qaida rekrutiere neue Kämpfer im Irak und verfüge zudem über gute Rückzugsmöglichkeiten in Pakistan. Dort hielten sich vermutlich Al-Qaida-Führer Usama bin Ladin und sein Stellvertreter auf, erklärte der Vorsitzende des Nationalen Rates für Geheimdienste, Thomas Fingar.

Al Qaida arbeitet nach Einschätzung der Geheimdienste daran, „ihre Fähigkeiten zu Angriffen auf unser Heimatland durch Zusammenarbeit mit regionalen Terrorgruppen zu verbessern“. Insbesondere werde die Terrororganisation wahrscheinlich die Kapazitäten seiner „am meisten sichtbaren und fähigsten“ Gliederung im Irak nutzen. Alle Faktoren zusammen führten zur Schlussfolgerung, dass sich die Vereinigten Staaten „gegenwärtig in einem erhöhten Bedrohungszustand befinden“, heißt es in dem Report. Darin wird auch die Besorgnis geäußert, dass die internationale Zusammenarbeit gegen den Terror nachlassen werde, wenn die Erinnerung an den 11. September verblasse.

Präsident Bush bemühte sich, die Analyse der Sicherheitsdienste zu relativieren. „Al Qaida ist heute stark, aber nicht annähernd so stark wie vor dem 11. September 2001“, sagte Bush am Dienstag in Washington. Und Al Qaida wäre heute erheblich stärker, wenn Amerika nicht gemeinsam mit Verbündeten den Druck aufrechterhalten hätte und „in der Offensive geblieben“ wäre.

Text: FAZ.NET mit AP und dpa
Bildmaterial: REUTERS

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