
Die Annäherung Serbiens an die EU darf nicht ohne die Erfüllung nationaler und internationaler Verpflichtungen geschehen. Dazu und vor allem gehört auch die Auslieferung von gesuchten Kriegsverbrechern und die Umsetzung von wirklich - nicht halbherzigen - Reformen im Staatsapparat. Darüber hinasu ist zu betonen, dass in Serbien weiterhin eine Vielzahl von Menschen aus der Milisovic-Ära in wichtigen Schlüsselfunktionen sitzen, vor allem in den sensibelen Bereichen der Verteidigung und Sicherheitspolitik. Diese Seilschaften gepaart mit der panslawischen Mentalität sind nicht kompatibel mit den Werten der EU.
Bezüglich des Kosovo ist zu sagen, dass Serbien dieses Gebiet bereits im Jahre 1999 verloren hat. Der Versuch nominell Kosovo als Teil des serbischen Staates zu halten, kann nur scheitern. Die Mehrheit der Bevölkerung im Kosovo ist dagegen; ihnen steht auch das Recht der Selbstbestimmung zu.
Klammert sich Serbien an Russland fest, dann bedeutet dies für Serbien und die angrenzenden Staaten: eine Reise in die Vergangenheit!

Man sollte bei der Balkanfrage niemals vergessen, dass es zwischen Russland und Serbien sehr viele ideelle und ideologische Verbindungen gibt (namentlich den Panslawismus); so gesehen ist Serbien der Mittler zwischen Moskau und Brüssel, man sollte also vermeiden den kleinen Bären übermäßig zu reizen, da man sonst den großen Bären gegen sich aufbringt (und nicht mit allen Problembären kann man auf bayrische Weise fertig werden). Ferner ist zu bedenken, dass Russland eine europäische Macht ist, dies mag zur Zeiten der marxistischen Irrlehren anders gewesen sein, aber seitdem sich Russland wieder zu seinen nationalen Wurzeln und dem orthodoxem Christentum bekennt ist es wieder Teil der europäischen Staatenwelt. Es wäre also höchst unklug diese angeschlagene, aber immer noch mächtige Großmacht wegen des Kosovo weiter zu brüskieren. Es ist für die Russen schon schwer genug hinzunehmen, dass sie tatenlos zusehen mussten, während die NATO die Serben attackierte und auf dem Balkan Partei ergriff, ohne das es sie daran hindern konnte oder selbst wirksam eingreifen könnte.