14. April 2007 Bei der Explosion einer Autobombe in der den Schiiten heiligen Stadt Kerbela sind am Samstag möglicherweise fast 60 Menschen getötet worden. Mehr als 70 Menschen seien verletzt worden, meldete das Al-Hussein-Krankenhaus, das die Zahl der Toten mit 56 angab.
Die Polizei sprach zunächst von 36 Toten. Unter den Opfern des Anschlags auf eine Busstation seien auch zahlreiche Frauen und Kinder, hieß es. Auf Fernsehbildern war ein Kind zu sehen, das reglos auf einer Trage liegt. 15 Krankenwagen fuhren zum Ort des Anschlags, die Polizei feuerte in die Luft, um den Rettungsfahrzeugen einen Weg zu bahnen.
Wieder Brücke Ziel eines Selbstmordanschlags
Der Anschlag ereignete sich nur rund 200 Meter vom Immam-Hussein-Schrein entfernt, einem der größten Heiligtümer der Schiiten. Kerbela liegt rund 80 Kilometer südlich von Bagdad und war seit dem Einmarsch der amerikanischen Truppen vor vier Jahren schon wiederholt Schauplatz verheerender Anschläge. So wurden im März 2004 bei einer Serie von Anschlägen mehr als 100 Menschen getötet worden. Auch in diesem Jahr waren wieder viele schiitische Pilger Ziel von Angriffen.
In Bagdad wurde am Samstag wieder eine Brücke Ziel eines Selbstmordanschlags. Dabei wurden mindestens zehn Menschen getötet, wie die Polizei meldete. Weitere 15 Menschen seien verwundet worden. Wie stark die Dschadrijah-Brücke über den Tigris beschädigt wurde, war zunächst nicht klar. Es ist bereits der zweite Anschlag auf eine Brücke in Bagdad innerhalb einer Woche. Die Al-Sarafijah-Brücke im Norden von Bagdad war am Donnerstag nach der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens eingestürzt. Elf Menschen starben dabei.
Bei zwei Angriffen südlich der irakischen Hauptstadt Bagdad sind drei amerikanische Soldaten und zwei irakische Dolmetscher getötet worden, wie die Streitkräfte am Freitag mitteilten. Weitere acht Soldaten erlitten Verletzungen. Allein ein Überfall auf einen amerikanischen Stützpunkt kostete am Donnerstag zwei Soldaten und die beiden Dolmetscher das Leben, zudem riss am Freitag die Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe einen Soldaten in den Tod.
Text: FAZ.NET mit Material von dpa
Bildmaterial: AFP