
Ich stelle mir immer die Frage, warum die (West-)Deutschen die Amerikaner seit über 60 haben und auch haben wollen (sonst hätten die Deutschen die Amerikaner nicht gehabt) mit den gewaltigen ökonomischen und sicherheitspolitischen Vorteilen, aber wenn die anderen Nationen sich den USA nähern, dann ist das verkehrt. Wenn es darum ging, dass die Russen (Ost-)Deutschland verlassen, dann war es richtig, aber in Georgien sollen sie bleiben. Klingt irgendwie unlogisch. Deutschland hat jetzt die Chance sich als Friedensstifter zu beweisen und nicht nur auf Geschäfte mit Russland bedacht zu sein – nun, bei dem Wandel in der Ukraine, Angriffen auf Estland, war Deutschland bisher nicht unterstützend dabei. Schauen wir mal.

Sie müssen schon erklären warum die Russen keiner haben will und alle weglaufen sind – der beste Beispiel sind die Mittel-Ost-Europäische Staaten (ehemals Ostblock inkl. DDR-Deutschland), die zum Westen/USA weggelaufen sind. Den Georgiern darf man das auch nicht übel nehmen, unabhängig davon wie sich die USA dafür stark machen. Die USA haben sich in der Vergangenheit stark für das freie Westeuropa gemacht und das war richtig so. Die Verbündeten von Russland sind neben Serbien nur ein Paar diktatorisch regierten Staaten in Zentralasien. Andere sind bereits abgehauen, vorwiegend zum Erzfeind USA. Serbien wackelt schon, da dieses Land in Europa wesentlich bessere Perspektive haben wird.

Wenn ich aus diesen beiden "abtrünnigen" (was ist bitte Kosovo) stammen würde, könnte mir der Anschluß an Russland gar nicht schnell genug gehen: gleich im Norden von Abchasien liegt Sochi und die russische Kaukasusküste, wo die Abchasen tagtäglich sehen, was passiert, wenn der Rubel rolltund wo urlaubshungrige Nordrussen Milliarden für nur gutes Wetter, Strand und Party an den anheimischen Mann und Frau bringen. Und Abchasien selbst ist ja fast noch "urlaubsträchtiger" als die russische Kaukasusküste. Im Süden dagegen das "demokratische" Georgien, wo gerne mal täglich der Strom ausfällt, das sich unter seinen glorreichen Präsidenten zum Armenhaus des Kaukasus entwickelt, wo die Arbeitslosenquote ca. bei 75% unter den Jugendlichen liegt und die nicht schnell genug in das diktatorische und schreckliche Russland kommen können, um einen Job zu bekommen, denn im Gegensatz zu Georgien herrscht in Russland Arbeitskräftemangel. Außerdem leben (legal) ja in RU ca. 2Mio Georgier, die meistens von ihrem Hampelmann-Präsidenten ziemlich peinlich berührt sind.

Es sind nicht die Russen, die mit Sticheleien in Osteuropa angefangen haben, vielmehr die Regierung Bush mit diesem zweifelhaften Raketenprojekt. Sie hausieren auf den letzten Druecker in Europa, versuchen, es diesem oder jenem Staat aufzudraengen. Und Bush hoechstpersoenlich machte sich fuer eine Aufnahme Georgiens in die NATO stark. Schon die zeitlichen Umstaende des amerikanischen Stossens und Schiebens sprechen Baende. Dass es Bush weniger auf die Russen an sich abgesehen haben duerfte, als vielmehr auf die schafskoepfigen europaeischen Staatschefs, steht auf einem anderen Blatt. Also mussen die Russen nachziehen, sich bemerkbar machen. Eine neue Runde der osteuopaeischen Gereiztheiten ist in Gang gesetzt, weil dieser Herr Bush zum Abschied nochmals mit den Muskeln spielen wollte. Aber die Herrschaften von der Frankfurter Allgemeinen sehen diese Zusammenhaenge natuerlich nicht.