Der Dalai Lama kritisiert „unvorstellbare Menschenrechtsverletzungen“ in Tibet

Aufruhr in Tibet

Der Dalai Lama hält sich nicht mehr zurück

Lange setzte das geistige Oberhaupt der Tibeter auf einen Dialog mit China. Doch im Jahr der olympischen Spiele hält sich der Dalai Lama nicht mehr zurück. Auch viele Mönche in Lhasa haben sich nicht mit der chinesischen Herrschaft arrangiert. Für Peking kommen die Proteste zu einem schlechten Zeitpunkt. Von Petra Kolonko, Peking

Lesermeinungen zum Beitrag

16. März 2008 16:41

Aufruhr in Tibet

Tobias Kuhlmey (Tobias_Kuhlmey)

Tibet wird seit mehr als 50 Jahren, trotz kooperationsbereitschaft, gewaltsam unterdrueckt.
<br>Ob es eine rueckstaendige Feudalregierung hatte ist voellig uninteressant. Qualitativ scheint sich das auch nicht geaendert zu haben.
<br>Ob es ueber lange Zeitraueme zu China gehoerte ist ebenfalls ohne Bedeutung.
<br>Wer fordert schon die Rueckgabe Ostpreussens. Kalifornien an Mexiko? Werden Flamen und Wallonen bald aufeinander schiessen?
<br>Der Dali Lama macht Propaganda. Das ist schockierend, aber er hat neben dem religioesen auch noch einen politischen Job.
<br>Nein, die Tibeter sind nicht so friedliebend wie man uns immer vorgaukelt.
<br>Wer kann es Ihnen angesichts einer brutalen Besetzungsmacht veruebeln.
<br>Wir werden Zeugen des x-ten Kotau des der Westens vor dem vermeintlichen Giganten Peking macht. Eine Rolle die, trotz der schieren Groesse, nicht so naturgegeben ist wie stets suggeriert wird.
<br>Sicher, die Empoerung ist gross und man wird mit den chinesischen Partnern das ein oder andere ernste Wort sprechen muessen. Den Sport wollen wir aber bitte nicht ins Spiel bringen, nicht instrumentalisieren. Olympia soll apolitisch sein. Ein naiver Traum und eine dreiste Luege.

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15. März 2008 11:24

Just-in-time Propaganda

Michael Vorwerk (aureliano)

Es muß doch auffallen, daß gerade jetzt, wenige Monate vor Beginn der Olym-pischen Spiele, das Thema Tibet nach vorne gerückt wird. Die Zahl der Tibet-Experten steigt täglich, und ihre eifernde Selbstgewißheit verhält sich umgekehrt proportional zu ihrem Kenntnisstand. Welche Friedfertigkeit den tibetischen Buddhismus kennzeichnet, kann man aus seinen religiösen Texten ersehen, die den Ungläubigen ihre Strafen in detailverliebtem Sadismus ankündigen, und dies wohl nicht erst fürs Jenseits. Bei derzeit herrschendem propagandistischem Rückenwind veranstalten die Rechtgläubigen pogromartige Ausschreitungen, wobei als Ungläubige chinesische Ladenbesitzer herhalten müssen, deren Läden abgefackelt werden und die um ihr Leben fürchten müssen. Seine Heiligkeit der Dalai Lama wird es großherzig verzeihen, und seine Anhänger und Freunde erst recht. Zu denen gehört übrigens auch George W. Bush, aktiver Befürworter der Todesstrafe und der Foltermethode des simulierten Ertränkens. Mit ihm verbindet den Gottkönig nach eigenem Bekunden – wörtlich! - eine "enge Freund-schaft". Ob Seine Heiligkeit einfach nur weltfremd ist? Wohl kaum. Er ist ein routinierter Propagandist.

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15. März 2008 10:20

bitte die Tatsachen!

Lei Shi (happysteine)

Ist es nicht widersprüchlich, dass der Dalai einerseits keine Unabhängigkeit der Tibet verlangt, andererseits forderten die tibetischen Mönchen ein freies Tibet?
1951 hat Dalai mit Beijing-Regierung ein Abkommen unterzeichnet, aber später hat er das Abkommen gebrochen. Ist dieser Mönch glaubwürdig? Zwar hat der Dalei keine direkte Dialog mit Beijing geführt, aber sein Bruder hat seit Jahren als sein Vertreter Kontakte mit Beijing. Warum verheimlichte der Dalei den Medien diese Tatsache?

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15. März 2008 10:04

China im Recht.

Marcel Meier (MarcelMeier)

China hat berechtigte Herrschaftsansprüche und sollte diese auch durchsetzen.
Es kann doch nicht, dass abtrünnige Provinzen machen was sie wollen.
Wozu das führt sieht man im Kosovo.
Stärke zeigen und standhaft bleiben.

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15. März 2008 01:39

Die "Volksbefreiungsarmee"

Günther Jacobs (gjacobs)

geht gegen Demonstranten vor und wir sagen nichts.
Es ist peinlich. Unsere wirtschaftlichen Interessen
haben Vorrang. Wer Zeit hat, sollte lesen. Der
Buddhismus ist eine sehr kluge und nichtaggressive
Weltanschauung. Mit seinen Vertretern ist keine
"Islamkonferenz" noetig.

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15. März 2008 00:42

Was denkt die CDU zu diesem Thema:

Philipp Schwab (PhilippSchwab)

das ist auf www.cdu-politik.de nachzulesen. Ich persönlich denke, dass insbesondere die totale ethnisch-kulturelle Auslöschung Tibets durch ein anderes Land geächtet gehört - die Olympischen Spiele sollten wenn es so weiter geht boykottiert werden.

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14. März 2008 23:35

Na sowas ...

Andreas Winkler (fonzie)

... da ist der Dalai Lama auf einmal ein geistiger Brandstifter?! Herr Maier, wie sind sie denn zu dieser solitären Erkenntnis gelangt? Hat ihnen die chinesische KP da mit dem ein oder andern Yuan die Entscheidung erleichtert? Wie dem auch sei, für mich ist klar: Da zeigt eine Diktatur ihr wahres und natürliches Gesicht. Dikaturen sind unfähig, mit anderen unbequemen Meinungen umzugehen. Im Zweifelsfall entscheidet man sich für Knüppel und Panzer - das ist doch nun auch in der jüngeren Geschichte, z.B. von den Sowjets und der chineischen KP selbst, hinreichend bewiesen worden.

Ich möchte außerdem daran erinnern, dass ein friedensbewegter Ex-Kanzler das Waffenembargo gegen China aufheben wollte. Dann würde man jetzt vielleicht mit deutscher Ausrüstung zu Werke gehen - eine tolle Vorstellung. Und von den lupenreinen Demokraten der Energieweltmacht sind auch noch keine kritischen Töne überliefert. Naja, wieso auch, schließlich ist der Dalai Lama an allem Schuld. Da bekommen seine Landsleute wohl nur das, was sie verdienen ... Nur dieser irre Cowboy findet kritische Worte - nicht zu fassen, dabei ist er doch selbst die größte Gefahr für den Weltfrieden! Ach ja, und die UNO und die EU - aber auf die hört halt eh niemand.

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14. März 2008 23:16

Die eine und die andere Seite

Moritz Petersen (Mo1234)

Die Aufstände der Mönche und deren politische Rolle in Tibet kann man nicht mit denen in z.B. Vietnam vergleichen. Denn im alten Tibet hatten sie mehr die Rolle der Feudalherrren, und sind somit in iherer gesellschaftlichen Lage eher mit den europäischen Mönchen zu ihren machtgierigen Zeiten vergleichbar.

ZDF hat in einer Doku deutlich herausgestellt in welcher armut die Tibeter leben, hat aber dabei manipulativ argumentiert, die ehem. Herrscher verherrlicht, und völlig ignoriert, dass es den Chinesen in Tibet nicht besser geht.

Inzwischen lebt in großen Teilen Tibets eine chin. Mehrheit. die zwar erst vor einigen Jahrzehnten dorthin gezogen ist, aber nun die gleichen Rechte hat dort zu bleiben, wie die die Juden in Israel.

Auf der anderen Seite kann man aber trotzdem nicht von der Hand weisen, dass die Chinesische Regierung die Menschenrechte im großen Stil bricht und nichts dies entschuldigen kann. Ich will aber darauf hinweisen, das der Ursprungszustand nicht besser war, und es auch nicht erstrebenswert ist, diesen wieder einzustellen.
Des weiteren sei auch mal darauf hingewiesen, dass die Tibeter bei weitem nicht die einzige Minderheit in China sind, deren Kultur, politischer Einfluss und Religion unterdrückt werden.

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14. März 2008 23:00

Die eine Seite

Moritz Petersen (Mo1234)

Ich möchte mich hier mal auf politisches Glatteis begeben, und auch mal das Thema von der chinesischen Seite betrachten:
Zu Beginn dieses Jahrhunderts war Tibet mit einer feudalen Monarchie vergleichbar, bei dem der großteil des fruchtbaren Landes im Besitz der Klöster war, und ein mitterliches Rechtssystem menschenverachtende Strafen vollzog. Die Armut war weit verbreitet und alles war auf das Wohlwolles des örtlichen Klosters angewiesen. Redefreiheit, Religionsfreiheit und viele andere Menschenrechte die nun von der chinesischen Regierung verletzt werden, gab es nicht (außer für exotische Ausländer, die das Wohlwollen des Herrschers genossen). Tibet wurde über Jahrhunderte hinweg erst von der Mongolei und dann von China beherrscht, konnte aber eine quasi unabhängigkeit bewahren, einfach weil es keine Straßen gab und das Land so bitter arm war, dass sich die beiden Schirmherren nicht sonderlich dafür interessiert hatten. Dann hatte es sich für ein paar Jahre unabhängig erklärt, als China u.a. mit den Japanern beschäftigt wurde, und wurde dann vom kommunistischen China besetzt.

Der Dalai Lama ist aus chin. sicht ein ex-Fürst des alten China, was auch erklärt, warum die Chinesen so allergisch auf ihn reagieren.

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14. März 2008 16:49

Die Welt muß diese Olympischen Spiele boykottieren!

Michael Menzel (Galenos)

Die Welt hat schon einmal versäumt, ein totalitäres Regime zu boykottieren. Sie hat Hitlerdeutschland aufgewertet das schon zwei Jahre zuvor die ersten Konzentrationslager errichtet hatte, die "Gleichschaltung" in die Staatsform integrierte und Bücher verbrannte. Das Ausland wußte, was sich in Deutschland vorbereitete und das unerhörte Verletzungen von Menschenrechten stattfanden. Aber aus Eitelkeit und der blauäugigen Hoffnung, man könne das Verbrecherregime durch Anerkennung beschwichtigen haben alle mitgemacht.

Die Situation ist heute sehr ähnlich. Das Abschlachten auf dem "Platz des himmlischen Friedens" ist vergessen und man will es einfach nicht wahrhaben, daß in Tibet ein Verbrechen an einem Volk verübt wird.

Nun erklärt sich auch noch besser, warum die Chinesische Regierung derart hysterisch auf vereinzelte Gespräche von westlichen Regierungen mit dem Dalai Lama reagiert haben. In seiner durchdringenden Friedfertigkeit stellt er eine Gefahr für das totalitäre Regime in Peking dar.
Ja, er ist so "gefährlich", wie es einst Mahatma Gandhi für die Engländer mit ihrem brutalen Kolonialismus war.

Es klingt zwar illusorisch, aber man muß aufhalten, den Olympischen Geist wieder zu verraten.

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14. März 2008 16:35

Heuchelei

Willfried Maier (Lebesque)

Immer wieder frage ich mich, warum westliche Politiker nicht merken, wie sie vom Dalai Lama an der Nase herumgeführt werden. Wollen sie es nicht merken oder sind sie von "Sr. Heiligkeit" schon so verzaubert, das sie es nicht mehr merken können. Das trifft auch auf weite Kreise der Bevölkerung in den westlichen Industriestaaten zu. Man ist so fasziniert von von der bunten Exotik dieses angeblichen Buddhismus, dass man gar nicht genauer hinsehen will, was da eigentlich dahinter steckt. Im Grunde ist es gar kein Buddhismus, was der ach so friedliche Dalai-Lama da lehrt- Es ist die alte tibetische Bön-Religion in buddhistischer Verpackung. Das ist eine menschenverachtende Natur-Magie, deren ethische Prinzipien mit denen des Abendlandes überhaupt nicht vereinbar sin. Aber macht ja nichts, der Dalai Lama ist ja so friedlich und hat dabei auch noch sooo nett.

Und auch die Mönche in Lhasa sind so friedlich. Ganz bestimmt sind sie ohne Anweisung des des Dalai Lama auf die Strasse gegangen, und der ist jetzt sehr besorgt darüber, weil das für die Regierung in Peking zur Unzeit kommt. Und es waren bestimmt auch die chinesischen Polizisten, die die Autos und Läden ihrer Lansleute angezündet haben, denn die Tibeter sind ja so friedlich.

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14. März 2008 16:07

Das will eine Weltmacht werden?

Erni Bär (Kuwitter)

Schon sehr lange verfolge ich die völkerrechtswidrige , ekelhafte und widerwärtige Gewaltherrschaft der Chinesen in Tibet. Es ist eine Schande für ihr Land und dessen alte Kultur, was in ihrem Namen dort in Tibet, und auch in den Gebieten anderer Minderheiten, geschah und immer noch stattfindet. Aber was kann man schon von Leuten verlangen, deren Selbstverständnis sich auf den so genannten "Verdiensten" eines der größten Massenmörder des 20. Jahrhunderts gründet? Mein Mitgefühl dem chinesischen Volk und mein Bedauern den arroganten Kadern der Volksrepublik China, die sich bald in sämtlichen kalten und heißen Höllen der tibetischen Mythologie wiederfinden werden. Lang lebe Seine Heiligkeit Tenzin Gyatso!

Dharmadada Erni Bär, Hamburg

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