17. Juli 2008 Der mutmaßliche Drahtzieher der Entführung der drei deutschen Bergsteiger durch PKK-Kurdenrebellen ist nach türkischen Angaben bei einem Luftangriff im Nordirak schwer verwundet worden. Fehman Hüseyin sei bei den jüngsten Luftschlägen der Türkei gegen PKK-Stellungen im Norden Iraks schwer verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte örtliche Quellen. Möglicherweise sei Hüseyin auch tot.
Von der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) lag zunächst keine Stellungnahme vor. Der aus Syrien stammende Hüseyin ist der Chef der bewaffneten PKK-Truppen. Anadolu berichtete unter Berufung auf türkische Sicherheitskreise, Hüseyin habe die Verschleppung der Bergsteiger angeordnet, um sich in einem PKK-internen Machtkampf Vorteile zu verschaffen.
Blutiger Bruderkampf
PKK-Chef Murat Karayilan wiederum soll angekündigt haben, die Geiseln aus der Gewalt seines Widersachers Hüseyin zu befreien. In der PKK hat sich der blutige Bruderkampf um die Führung der Untergrundorganisation in den vergangenen Monaten verschärft. Anhänger von Karayilan und Hüseyin liefern sich Auseinandersetzungen mit Waffengewalt.
Hintergrund ist, dass Hüseyin, der als der Führer des militantesten Flügels der PKK gilt, zu dem auch die Freiheitsfalken Kurdistans gehören sollen, auf einem bevorstehenden Kongress abgelöst werden sollte. Mutmaßlich will er seine Position durch die Geiselnahme verbessern.
Hintergrund des Machtkampfs sei die Aufteilung der Erlöse aus dem Drogen- und Waffenschmuggel, heißt es in türkischen Medien, die sich auf türkische Sicherheitskreise berufen. Zuletzt soll laut diesen Quellen eine bewaffnete Gruppe, die Karayilan unterstützt, im vergangenen Monat eine Gruppe von sechs PKK-Freischärlern, die sich zu Hüseyin bekennt, in einer Höhle gestellt und getötet haben.
(Sieh auch: PKK-Machtkampf erschwert Freilassung deutscher Bergsteiger)
Text: FAZ.NET mit AFP
Bildmaterial: AFP, ap