26. September 2007 Das burmesische Militär ist gegen die protestierenden Demonstranten vorgegangen und hat laut Medienberichten fünf Personen, unter ihnen mindestens drei Mönche, erschossen. Kundgebungen in mehreren Städten des Landes wurden mit Warnschüssen und Tränengas aufgelöst. Fotos zeigten Brände in den Straßen. Am neunten Tag der Massenproteste waren wieder Zehntausende Mönche durch die Straßen Ranguns, Mandalays und anderer Städte marschiert; Zivilisten bildeten Menschenketten um sie. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage in Burma beschäftigen.
Die von Exil-Burmesen herausgegebene Internetzeitung The Irrawaddy berichtete mit Bezug auf Augenzeugen, in Ahlone, einem Vorort Ranguns, seien drei Mönche von Soldaten erschossen worden. Ihre Leichen seien von Glaubensbrüdern weggetragen worden. Zwei Mönche, eine Nonne und zwei Zivilisten seien vor der Sule-Pagode im Zentrum von Burmas größter Stadt von Kugeln getroffen worden; zwei von ihnen sollen ihren Verletzungen später erlegen sein. Es war nicht klar, ob die Demonstranten gezielt getötet wurden oder Opfer fehlgerichteter Warnschüssen geworden waren.
EU berät über Ausdehnung der Sanktionen
Vor der Schwedagon-Pagode, dem Ausgangspunkt vieler Protestmärsche, sollen Mönche von Polizisten mit Schlagstöcken angegriffen worden sein. Nach Informationen aus der britischen Botschaft wurden mindestens 100 Mönche geschlagen und abtransportiert. Umstehende Zivilisten sollen empört reagiert haben. Bestätigungen der Meldungen über Tote, Verletzte und Inhaftierte gibt es nicht. Burma hat seine Grenzen geschlossen.
Der britische Premierminister Brown forderte am Mittwoch, dass der UN-Sonderbeauftragte für Burma, Gambari, unverzüglich ins Land reisen solle. Es sei wichtig, dass die Junta nun internationalen Druck spüre. Er kündigte Beratungen in der EU über eine Ausdehnung der Sanktionen an. Auch die französische Regierung verlangte schärfere Sanktionen der Europäischen Union. Der amerikanische Präsident Bush kündigte eine Verschärfung der amerikanischen Sanktionen gegen Burma an. In Berlin wurde der burmesische Botschafter ins Auswärtige Amt einbestellt. Die Bundesregierung forderte eine friedliche Lösung.
Erstmals äußerte sich am Mittwoch Indien zur Lage in seinem Nachbarland. Man beobachte die Entwicklungen mit Sorge und hoffe, dass alle Seiten ihre Probleme friedlich durch Dialog lösen, sagte der Sprecher des Außenministeriums. Erst am Montag hatte das staatliche indische Energieversorgungsunternehmen einen weiteren Vertrag mit der Junta unterzeichnet. Er öffnet Indien Gasquellen in Burma.
Text: job., F.A.Z.
Bildmaterial: AP, dpa, REUTERS