Vereinigte Staaten

„Schmerzen der Diskriminierung noch immer zu spüren“

Fordert Gleichheit im eigenen Land: Barachk Obama

Fordert Gleichheit im eigenen Land: Barachk Obama

17. Juli 2009 Präsident Barack Obama hat in einer Rede vor der ältesten Bürgerrechtsorganisation der Vereinigten Staaten das Fortbestehen von Diskriminierung in Amerika angeprangert, die Schwarzen aber auch zu mehr Eigenverantwortung aufgerufen. Obama sagte bei der Jubiläumskonferenz zum hundertjährigen Bestehen der Nationalen Vereinigung für die Förderung Farbiger (NAACP) in New York: „Im Ganzen gibt es heute in Amerika wahrscheinlich weniger Diskriminierung als jemals zuvor.“ Dennoch seien „die Schmerzen der Diskriminierung in Amerika noch immer zu spüren“. Schwarze seien noch immer mit deutlich schwierigeren Lebensbedingungen konfrontiert als Weiße.

In seiner leidenschaftlichen Rede rief Obama die Schwarzen auf, mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen, um den gesellschaftlichen Aufstieg zu erreichen. „Niemand hat euer Schicksal für euch vorgezeichnet. Euer Schicksal liegt in eurer Hand, es gibt keine Entschuldigung“, sagte Obama in seiner ersten programmatischen Rede zum Thema Rassendiskriminierung seit seinem Amtsantritt. Es sei nicht akzeptabel, dass sich viele Schwarze mit ihrem Status als Bürger zweiter Klasse abgefunden hätten. „Wir brauchen eine neue Mentalität, eine neue Haltung“, forderte Obama.

Schwarze müssten sich selbst aus der Opferrolle befreien. Eltern müssten sich etwa darum kümmern, dass ihre Kinder in der Schule Erfolg hätten. So müssten schwarze Eltern dafür sorgen, dass „Spielkonsolen für Computer beizeiten weggeräumt werden und unsere Kinder rechtzeitig ins Bett gehen“. Zudem müssten sie ihren Kindern zu verstehen geben, dass arm aufzuwachsen kein Grund sei, schlechte Noten zu bekommen. Schwarze Kinder sollten sich nicht nur Profisportler und Rap-Musiker zu Vorbildern nehmen. „Ich möchte, dass sie Wissenschaftler und Ingenieure, Doktoren und Lehrer werden wollen, dass sie anstreben, Oberste Richter und Präsident der Vereinigten Staaten zu werden!“, rief Obama.

„Der amerikanische Traum muss für alle gelten“, sagte Obama, der mehrfach seine eigene Erfolgsgeschichte erwähnte. „Ich entstamme keinem reichen Elternhaus“, sagte der Präsident, der von einer alleinerziehenden Mutter großgezogen wurde. „Ich hatte einigen Ärger als Kind. Mein Leben hätte leicht in die falsche Richtung gehen können. Aber meine Mutter hat mir Liebe gegeben, sie hat für meine Bildung gesorgt. Dank ihr hatte ich die Chance, das Beste aus meinen Fähigkeiten zu machen“, sagte Obama. Der Präsident würdigte in seiner Rede außerdem Vorkämpfer der Bürgerrechtsbewegung wie Martin Luther King, den Historiker und Schriftsteller W.E.B. Du Bois und den ersten schwarzen Richter am Obersten Gericht, Thurgood Marshall, die entscheidend dazu beigetragen hätten, ihm den Weg zur Präsidentschaft zu ebnen.

Text: AFP/dpa
Bildmaterial: AP

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