...unabhängig vom Ausgang dieses Schmierentheaters bleibt die angenehme Feststellung, dass nach dem Sturz des Gottesgnadentums durch die liebe Aufklärung selbst die despotischsten Staaten der demokratischen Legitimation bedürfen; dies aber macht sie angreifbar und verwundbar, denn eine gefälschte, unechte und manipulierte Wahl entzieht den Potentaten die Legitimität. Russland leistete hier schon seinen Offenbarungseid, indem es die Wahlbobachter nicht ins Land ließ. Da hilft es auch nichts, wenn Schröder, als Dank für sein Pöstchen, den Putin einen makellosen Demokraten heißt. Wäre Russland nicht seit alters her als Despotie regiert worden, so würden die hier geschilderten Praktiken wohl zum gewaltsamen Sturz der Kremloligarchie führen, da sich kein freies Volk derartiges bieten lässt.
Der Stalin hat immer gesagt – es ist nicht wichtig, wie es abgestimmt wird, wichtig ist wer die Stimmen zählt.
Der Putin sagt – es ist nicht wichtig, wie es abgestimmt wird, wichtig ist wer die Kandidaten aufstellt.
Nun, es ist schon jämmerlich, was da abläuft. Aber man sollte fair sein. Käme es zu mehr oder weniger fairen Wahlen, würde Russland in den Chaos der farbigen Revolution, wie in Ukraine oder Georgien versinken. Und die Russen sind nicht blöde und verstehen, dass diese Wahl eine echte ist. Es ist die Wahl zwischen der korrupten Ordnung und dem korrupten Chaos. Was aber den Medwedjew betrifft, so ist man eigentlich auch einverstanden, dass in dem bestehenden System nur ein schwacher Nachfolger dem Großen Putin folgen kann. Vielleicht wird er "scheitern" und die Macht an den Großen zurückgeben. Oder der "Bär" wird zu Überrachung aller der Schreckliche.
Es ist also eine Wahl bei der es noch viele Überraschungen geben wird.