29. Dezember 2007 Zwei Tagen nach der Präsidentschaftswahl in Kenia hat die Opposition den Sieg für sich beansprucht und Amtsinhaber Mwai Kibaki aufgefordert, seine Niederlage einzugestehen. Wie die Wahlkommission am Samstag mitteilte, liegt Oppositionskandidat Raila Odinga nach Auszählung von 159 der 210 Wahlkreise mit 3,7 Millionen Stimmen knapp vor Kibaki von der Nationalen Einheitspartei, für den nach den vorliegenden Ergebnissen 3,4 Millionen Wähler stimmten.
Gleichzeitig wurden Vorwürfe lauter, die Regierung wolle den Wahlausgang manipulieren und die Opposition um den Sieg bringen. In mehreren Regionen des Landes kam es zu Protesten gegen die angeblich zu langsame Auszählung und zu vereinzelten Ausschreitungen gegen Kikuyu. Dieser Volksgruppe gehört auch Kibaki an. In den Slums der Hauptstadt Nairobi ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor, die Reifen anzündeten und Barrikaden errichteten.
Verzögerungen nicht akzeptabel
Vertreter der kenianischen Menschenrechtskommission nannten Verzögerungen bei der Auszählung der Wählerstimmen nicht akzeptabel, da sie die politischen Spannungen weiter verschärften. Nach Schätzung der Wahlkommission lag die Wahlbeteiligung bei mehr als 70 Prozent - erheblich höher als vor fünf Jahren. Die 14 Millionen Wahlberechtigten entschieden nicht nur über einen neuen Präsidenten, sondern auch über die Machtverteilung im Parlament und in den Gemeinderäten.
Bei den Wahlen waren 15.000 internationale Beobachter eingesetzt. Der Leiter der 150 Mitglieder starken Beobachtermission der EU, der FDP-Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff, nannte den Wahlverlauf in einer ersten Stellungnahme überwiegend korrekt und friedlich.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP, AP, dpa