12. Juli 2009 Mit einer großangelegten Aktion hat die griechische Polizei am Sonntag zwei wilde Flüchtlings-Siedlungen in der als Drehscheibe der illegalen Migration geltenden Hafenstadt Patras aufgelöst. Dabei seien nach Medienberichten Dutzende Flüchtlinge ohne Aufenthaltserlaubnis festgenommen worden, unter ihnen 44 Minderjährige. Sie sollen jetzt in Lagern außerhalb der Hafenstadt untergebracht werden.
Die Behörden setzten Bagger und anderes schweres Gerät ein, um die provisorisch gebauten Hütten niederzureißen. Die Arbeiter wurden von starken Einheiten der Bereitschaftspolizei begleitet, wie das Fernsehen zeigte. In einer der Siedlungen brach während der Aktion ein Brand aus. Laut Feuerwehr wurde niemand verletzt. Linke Organisationen kritisierten das Vorgehen der Behörden.
In Patras warten mehr als 4000 verzweifelte Menschen auf eine Gelegenheit, eine der Fähren nach Italien zu erreichen. Die Flüchtlinge aus asiatischen und nordafrikanischen Ländern hausen seit Jahren auf Grundstücken am Rande des Hafens, auf denen sie etwa mit Plastikplanen oder Wellblech Hütten errichtet hatten. Griechenland will diese Menschen demnächst in fünf neuen Lagern unterbringen.
Griechenland kämpft seit Jahren mit einem starken Strom von Flüchtlingen. Jeder zehnte in Griechenland lebende Mensch ist mittlerweile ein Nicht-EU-Ausländer. Die Strecke Türkei-Griechenland- Italien ist eine der Hauptrouten, auf denen Schleuser immer wieder versuchen, Menschen nach Westeuropa zu schmuggeln.
Text: dpa
Bildmaterial: AFP, REUTERS