26. Januar 2008 Die vor einer Woche in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Extremisten planten einem Zeitungsbericht zufolge auch einen Anschlag in Deutschland. Die der Extremistenorganisation Al Qaida nahestehende Zelle habe neben Anschlägen in Barcelona und weiteren spanischen Orten, auch in Deutschland, Portugal, Frankreich und Großbritannien zuschlagen wollen, berichtete am Samstag die Zeitung El Pais. Sie berief sich dabei auf einen eingeschleusten Informanten, dessen Angaben zur Festnahme der 14 Verdächtigen geführt haben sollen.
Welches Ziel in Deutschland angegriffen werden sollte, blieb unklar. Der Informant habe den Ermittlern mitgeteilt, die Attentäter hätten vor allem U-Bahnen im Visier gehabt. Nach Angaben der spanischen Regierung vom Freitag war ein Anschlag auf die U-Bahn in Barcelona entweder für das vergangene Wochenende oder innerhalb der zwei Wochen darauf geplant gewesen. Dem Informant sei von einem potenziellen Selbstmordattentäter gesagt worden: Wenn wir die Metro angreifen, kommen die Rettungskräfte nicht zum Tatort hin.
Al Qaida sollte die Verantwortung übernehmen
Laut der Zeitung El Périodico de Catalunya arbeitete der Informant für den französischen Geheimdienst. Er soll nach Informationen von El País erst vor kurzem mit dem Zug aus Frankreich in Barcelona eingetroffen sein, um sich vorgeblich an den Anschlagsvorbereitungen zu beteiligen. Seine Aussage habe zur Festnahme der Verdächtigen aus dem radikalislamischen Milieu geführt. Demnach hatte die Gruppe insgesamt sechs Mitglieder für Selbstmordanschläge vorgesehen, darunter auch den Informanten. Für die Anschläge sollte anschließend ein Taliban-Führer aus dem pakistanischen Grenzgebiet im Namen von Al Qaida die Verantwortung übernehmen.
Die spanische Polizei hatte am Samstag vor einer Woche 14 Verdächtige, zwölf Pakistaner und zwei Inder, festgenommen. Zehn von ihnen sind seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Nach Informationen aus spanischen Justizkreisen konnten drei der sechs potenziellen Selbstmordattentäter während der Polizeiaktion flüchten.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AFP
